Marasmius oreades
Nelkenschwindling
Wiesen, Parkanlagen, grasige Wegränder: das sind typische Standorte für den Nelkenschwindling, der gern in Hexenringen erscheint. Erkennungsmerkmale sind seine dicklichen, etwas entfernt stehenden Lamellen, die Schwindlingseigenschaft, dass trockene Pilze nach erneuter Befeuchtung wieder aufleben und weiter wachsen können, sowie der charakteristische Blausäuregeruch. Tatsächlich enthält die Art winzige Spuren des giftigen Cyanids, die seinen Wert als schmackhaften Speisepilz jedoch nicht beeinträchtigen. Die zähen Stiele sind zu entfernen. Kenner schätzen den Nelkenschwindling als Gemüse- und Suppenpilz. Er ist auch bestens zum Trocknen und zur Herstellung eines würzigen Pilzpulvers geeignet.
Die Hüte sind ledergelblich bis ockerbraun, hygrophan, mit leicht gezähneltem Rand. Sie erreichen normalerweise Durchmesser von bis zu 4 cm. Die hellen stark mit kürzeren untermischten Lamellen sind ausgebuchtet am elastischen, cremefarbenen Stiel angeheftet. Das Fleisch hat einen milden Geschmack, der Geruch ist aromatisch und typisch blausäureartig, ein wichtiges Erkennungsmerkmal, mit dem leider nicht jeder gut umgehen kann. Ich empfehle, einige Hüte in einer verschlossenen Schachtel eine Weile im Kühlschrank zu lagern und beim Öffnen dicht unter die Nase zu halten. Wer die Geruchserkennung einmal gut drauf hat, wird den Nelkenschwindling sicher von ähnlichen Arten unetrscheiden können.
Die Frage, warum der Nelkenschwindling Nelkenschwindling heißt, hat ein Scherzbold so beantwortet: „Weil es ein Schwindel ist, dass er nach Nelken riecht.”
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Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 3, Nr. 289
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 3, Seite 349 -350