Suillus tridentinus

Rostroter Lärchenröhrling

(Bres.) Singer 1945
Familie: Suillaceae
© Bernd Miggel
tridentinus = im Trentino vorkommend
3 Fotos: Uwe Winkler

Im Bodenseegebiet hat Pilzfreund Uwe Winkler mehrfach den Rostroten Lärchenröhrling Suillus tridentinus gefunden, einen mittelgroßen, nicht seltenen Schmierröhrling, der wärmebegünstigte wie auch höhere Lagen auf Kalkboden bevorzugt und eine Mykorrhiza ausschließlich mit Lärchen eingeht. Er gilt als ungefährdete Art.

Der konisch bis konvex geformte Hut misst 2 - 9 cm im Durchmesser und hat mitunter einen angedeuteten Buckel. Farblich ist er recht variabel, von rotorange über gelborange bis rötlich oder bräunlich gelb. Seine Oberfläche ist filzig bis faserig und meist trocken, wird aber bei feuchter Witterung glatt und klebrig bis schleimig. In ganz jungem Zustand ist der Fruchtkörper komplett von einem weißlichen Velum eingeschlossen, das im Verlauf der Entwicklung aufreißt, dabei am Hutrand herunterhängende Reste und am Stiel einen deutlichen Ring oder zumindest eine Ringzone hinterlässt. Die Röhren sind am Stiel angewachsen oder etwas herablaufend, meist in etwa hutfarben. Die Poren sind mit 1 bis 2 mm Durchmesser recht groß, ungleichmäßig bis fast eckig geformt und haben die gleiche Farbe wie die Röhren. Der Stiel ist in etwa hutfarben, fast zylindrisch oder gegen die Basis hin erweitert und mit einem Ring bzw. einer Ringzone versehen. Das Fleisch hat in etwa die gleiche Farbe wie die Oberfläche des Fruchtkörpers. Farbveränderungen auf Druck oder Verletzung sind bei keinem der Fruchtkörperteile vorhanden. Geschmack mild, Geruch unauffällig.

Foto: Wikipedia org. Volker Fäßler, CC BY-SA 3.0

Mikromerkmale: Die Sporen messen 8 - 11 x 4 - 5,5 µm (Q = 2,1 - 2,6). Sie sind spindelförmig mit suprahilarer Depression, etwas dickwandig, glatt, in Wasser gelbbraun. Die Basidien messen 20 - 30 x 7 - 9 µm. Sie sind schlankkeulig, 4-sporig und ohne Basalschnallen. Die Cheilo- und die sehr seltenen Pleurozystiden sind einander in Form und Größe ähnlich. Sie messen 42 - 90 x 5 - 12 µm, sind zylindrisch bis keulig mit gerundetem Apex, hyalin und dünnwandig. Die Huthaut ist ein Trichoderm oder Ixotrichoderm aus zylindrischen, 4 - 8 µm dicken Hyphen mit bräunlichem, inkrustiertem Pigment. Schnallen sind an keinem Fruchtkörperteil vorhanden.

Verwechslungsmöglichkeiten: Wenn man reine Lärchenbegleiter in Betracht zieht, kommt eigentlich nur der Goldröhrling (Suillus grevillei) in Frage. Diesem fehlen jedoch im Allgemeinen die orangefarbenen bis rötlichen Farbanteile und seine Poren sind mit 0,5 - 1 mm Durchmesser deutlich kleiner.

Weiterführende Literatur:

  • Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze, Seite 46
  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 3, Nr. 51
  • Ewald Gerhardt: Der große BLV-Pilzführer für unterwegs, Seite 490
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 2, Seite 308 – 309
  • Hans E. Laux: Der große Kosmos Pilzführer, Seite 58 - 59
  • M. E. Noordelos et al.: Flora Agaricina Neerlandica Vol. 7 Seite 218 – 219 und 487 – 189
  • Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 175 (3.6.09)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Rostroter_L%C3%A4rchen-R%C3%B6hrling
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Bernd Miggel.
Zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2026