Scleromitrula calthicola

Trond Schumacher & Arne Holst-Jensen 1941
Familie: Sclerotiniaceae
© Dieter Gewalt
calthicola = an Sumpfdotterblumen wachsend

Diese sehr seltene oder möglicherweise übersehene Art ist bisher erst zweimal in Deutschland nachgewiesen (Schleswig-Holstein und Bayern). Der hier dargestellte Fund von Christian Weinkötz dürfte also der dritte Nachweis sein. Der unscheinbare, offensichtlich schwer auffindbare Pilz gehört zur Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten (Sclerotiniaceae) in der Ordnung der Helotiales (Becherlinge, spezifischer als „ungedeckelte Scheibenpilze“ bezeichnet), die mehrere tausend Arten mit großer morphologischer Vielfalt umfasst. Viele Arten sind Parasiten und gelten als Pflanzenschädlinge. Eine der bekannteren Arten ist der Anemonenbecherling Dumontinia tuberosa.

Verwendete Bestimmungsliteratur (englisch, siehe unten)

Übersetzung:
Scleromitrula calthicola ist ein kleiner, lang- und braunstieliger, inoperculater Becherpilz, der einem braunen Sklerotium entspringt und einen Morchel-ähnlichen, rosa-beigen fertilen Teil aufweist. Die Asci sind Jod positiv, achtsporig und besitzen Haken. Die Sporen sind hyalin, einzellig und messen 6,5 – 10 × 1,5 – 2,5 µm. Der Pilz wächst auf Sklerotien in feuchter Streu inmitten hoher Kräuter; er ist bekannt von Caltha palustris (Sumpfdotterblume) und Iris pseudacorus (Sumpf-Schwertlilie). Offenbar kommt er auch auf Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüß) vor. Scleromitrula spiraeicola besitzt kleinere Sporen mit den Maßen 5 – 7 × 1,5 – 2,7 µm, ist ansonsten jedoch sehr ähnlich und wächst in Beständen von Filipendula. In der Regel sehr selten oder womöglich übersehen; Erscheinungszeit: Juni – Juli.

Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 18. Mai 2026