Russula ochroleuca

Ockertäubling

Fr. 1838
Familie: Russulaceae
© Dieter Gewalt
ochroleuca = ockergelb und weiß
Foto: Karin Montag

Er ist wohl der häufigste Täubling in unseren Wäldern und wächst von Juni bis November. Die Hutfarben dieser mittelgroßen Art variieren relativ wenig von zitronengelb bis gelbocker, die Lamellen sind jung rein weiß, im Alter etwas schmutzig cremefarben. Die Stiele sind jung weiß, später leicht grauend und der Pilz könnte dann leicht mit dem Gelben Graustiel-Täubling Russula claroflava verwechselt werden. Sein Fleisch wird bald auffallend weich, vor allem im Stiel. Er wird zwar zu den milden Täublingsarten gezählt, doch ist er oft etwas schärflich, besonders in den Lamellen, eine Nuance, die auch als “pikant” bezeichnet wird. Der Geruch ist uncharakteristisch.

Um Täublinge sicher zu bestimmen, ist die Sporenpulverfarbe ein wichtiges Merkmal. Beim Ockertäubling ist sie weiß. Auch auf die Abziehbarkeit der Huthaut ist zu achten. Beim Ockertäubling lässt sie sich ungefähr zur Hälfte abziehen.

Geschmack Sporenpulver Abziehbarkeit der Huthaut Chemische Reaktion mit FeSO4
mild bis schärflich weiß bis 1/2 sehr hell orangerosa

Die gelbliche Stielbasis färbt sich beim Betupfen mit Kalilauge (KOH) feuerrot, weiter oben mit Eisensulfat (FeSO4) rosa. Ein wichtiges Mikromerkmal sind die Huthauthyphen. Beim Ockertäubling (und nur bei diesem!) sind einige (nicht alle!) gebrötlich gefärbt.

Abb. links: Farbreaktion am Stiel: oben mit FeSO4 rosa, mit KOH braunrot (feuerrot) -- Abb. rechts: Huthauthyphen (2 Mikrofotos von Bernd Miggel)

Ockertäublinge findet man in allen Waldgesellschaften und Höhenlagen bis 1000 m. Die Art ist in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet und wurde sogar schon auf Spitzbergen nachgewiesen.

Über seine Küchentauglichkeit sind sich Pilzfreunde einig. Wenn man ihn bestenfalls als mischpilztauglich bezeichnet, wäre dies fast schon ein unverdientes Lob. Er wird gern auch als Notzeitenpilz bezeichnet und wurde zum Beispiel während der Kriegs- und Nachkriegsjahre gesammelt und gegessen, aber damals ging es oft nur darum, überhaupt etwas für Pfanne oder Kochtopf aufzutreiben.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 2. November 2020