Ramaria ignicolor

Feuerfarbene Koralle

Corner 1950
Familie: Gomphaceae
© Bernd Miggel
ignicolor = feuerfarbig
2 Fotos von Alois Ehret

Die Fruchtkörper der Feuerfarbenen Koralle (Ramaria ignicolor) sind nicht groß, wirken aber bei näherem Hinsehen durch ihr Farbspiel sehr apart. Bei dieser Koralle kann man verstehen, dass Hermann Jahn von „schönfarbigen Korallen“ spricht. Diese sehr seltene Art benötigt Kalkboden und geht eine Mykorrhiza mit Nadelbäumen wie Fichten und Weißtannen ein. Die hier gezeigten Fruchtkörper wurden Anfang September 2025 in einem Bergnadelwald nahe Dottenweiler im Mittleren Schwarzwald während einer Pilzexkursion des Mykologischen Arbeitskreises Hornberg aufgesammelt und fotografiert.

Die Fruchtkörper werden in der Beschreibung von Josef Christan bis zu 11 cm hoch und 6 cm breit. Der Strunk ist büschelig verwachsen, unten weiß, weiter oben rosalich creme bis blass lachsfarben. Die Äste sind mehrfach verzweigt und deutlich aufwärtsstrebend, ihre Oberfläche glatt, die Astgabelungen spitz oder eng gerundet, die Astenden in Form eines Krönchens ausspitzend. Die Astfarben sind leuchtend rosalich lachsfarben, die Astenden gelblich. Das Fleisch ist anfangs elastisch, später spröde, faserig, gelatinös, rosalich, hell orange bis blass lachsorange, anfangs in den Ästen voll, später hohl. Der Geschmack des Fleisches ist mild, etwas säuerlich, der Geruch schwach, leicht säuerlich.

Mikroskopische Merkmale:
Die Sporen sind breit ellipsoid bis fast kugelig und besitzen eine fast glatte Oberfläche mit einem sehr flachen, unregelmäßig warzig-wulstigem Ornament. Die Maße sind im Mittel 6,8 - 8,5 x 4,7 - 5,7 µm (Qm = 1,3 - 1,6), Hyphen ohne Schnallen.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Achtet man auf den büschelig verwachsenen Strunk und die leuchtend rosalich lachsfarbenen Äste mit gelben Enden und die fast kugeligen Sporen, dann sind Verwechslungen mit anderen Arten der Gattung nahezu ausgeschlossen.

Weiterführende Literatur:

  • Josef Christan: Die Gattung Ramaria in Deutschland, Seite 212-213
  • Hermann Jahn: Erfahrungen mit schönfarbigen Korallen (Ramaria) in Kalkbuchenwäldern – Myk. Mitteilungsblatt, Jg. 28 (1), Seite 9 - 19
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 2, Seite 81
  • Thomas Læssøe, Jens H. Petersen: Fungi of Temperate Europe, Volume 2, 1149
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Bernd Miggel.
Zuletzt aktualisiert am 26. September 2026