Pholiotina brunnea

Zwitter-Glockenschüppling

(J.E. Lange & Kühner ex Watling) Singer 1973
Familie: Bolbitiaceae
© Dieter Gewalt
Synonym: Conocybe brunnea
brunnea = braun
Alle Fotos von Matthias Dondl

Der deutsche Name Zwitter-Glockenschüppling scheint mir recht gut zum Foto links zu passen (zu zweit), was genau betrachtet so natürlich nicht stimmt. Das Wort Zwitter leitet sich vom althochdeutschen zwi = zwei ab und beschreibt Lebewesen oder Blüten, die sowohl männliche als auch weibliche Keimzellen oder Geschlechtsorgane bilden und sich oft selbst befruchten können. Das können Zwitter-Glockenschüpplinge nicht.

Seine ocker-, gelb- bis zimtbraunen Hüte erreichen Durchmesser von 1 bis 2,5 cm. Sie sind glockig mit abgerundetem Buckel, hygrophan und durchscheinend gerieft. Der Hutrand ist mit weißlichen spitzen Velumresten behangen. Die zimtbräunlichen, also hutfarben-ähnlichen Lamellen sind so schmal am Stiel angewachsen, dass es fast wie frei aussieht. Die bräunlichen, zum Teil weißlich überfaserten Stiele werden bis zu 6 cm lang, aber nur 0,1 bis maximal 0,3 mm dick. Geruch und Geschmack unauffällig. Das Sporenpulver ist ocker- bis rostbraun.

Sporen - - Cheilozystiden in KOH und Kongorot

Mikroskopische Merkmale:
Sporen ellipsoid mit kleinem Keimporus, 7 – 8,5 x 4 – 5 µm. Cheilozystiden bauchig mit abgesetztem Köpfchen = lecythiform (sehen aus wie Mensch-Ärger-dich-nicht-Figuren). Laut Matthias Dondl ist die Art durch die lecythiformen Cheilozystiden leicht zu bestimmen.

Pholiotina brunnea gilt als selten, aber ungefährdet, und ist etwa von Juni bis September an ruderalen, nährstoffreichen Stellen in fast allen Höhenlagen zu finden. In ganz Deutschland zerstreut nachgewiesen.

Die Gattung Pholiotina enthält ca. 25 mitteleuropäische Arten mit meist zarten, zerbrechlichen Fruchtkörpern. Die Abgrenzung zur nahe verwandten Gattung Conocybe ist oft schwierig und in vielen Fällen nur über mikroskopische Merkmale möglich.

Weiterführende Literatur:

  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4, Seite 336
  • Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 619 (13.2.12)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 25. Juli 2026