Mycena latifolia

Breitblättriger Helmling

(Peck) Mussat 1901
Familie: Mycenaceae
© Dieter Gewalt
latifolia = breitblättrig
Foto: Christian Weinkötz (29.10.2019, Fischzuchtteich nahe Wiesbaden)

Der Artname latifolia (breitblättrig) scheint etwas irreführend, denn besonders breite Lamellen, die als Unterscheidungskriterium zu anderen Helmlingsarten taugen könnten, besitzt er wohl nicht. Dass es nicht sehr viele, dafür aber ziemlich entfernt stehende sind, ist in Verbindung mit seinen ökologischen Ansprüchen durchaus zielführend. Mycena latifolia bevorzugt feuchte Biotope in Fichtenwäldern, moosreiche Feucht- und Naßwiesen und Randgebiete von Mooren. Er gehört zur Sektion Intermediae, die weltweit nur 3 Arten enthält, von denen bisher eine in Deutschland nachgewiesen ist.

Fotos: Mathias Dondl (20.08.2010, bei Klais)

Die deutlich und fast bis zur Mitte durchscheinend gerieften, jung kegeligen, später flach gewölbten Hüte erreichen kaum mehr als 1,5 bis 2 cm Durchmesser. Die Lamellen sind weiß, an Schneiden und Flächen sehr fein flockig (Lupe! siehe Abbildung) und oft mit kürzeren Lameletten untermischt. Etwa 15 bis 20 der durchgehenden erreichen den Stiel. Die bräunlichen Stiele sind zur Spitze hin heller und maximal 5 bis 6 cm lang. Die Stielbasis ist oft mit weißlichem Myzelfilz behaftet. Geruch und Geschmack unauffällig.

Foto links: Christian Weinkötz, Foto rechts: Matthias Dondl (Cheilozystiden)

Mikromerkmale: Basidien 4-sporig; Sporen dünnwandig, vielgestaltig ellipsoid, 6 – 9 x 3,5 – 5 µm. Cheilozystiden keulig, am Kopf warzig, 40 – 60 x 25 – 25 µm, Pleurozystiden spindelig, im mittleren Bereich ± warzig, 45 – 75 x 10 – 17 µm. Hutdeckschicht mit koralloiden Strukturen, darunter parallele glatte septierte Hyphen. Basidien und Huthauthyphen mit Schnallen.

Der Breitblättrige Helmling gilt als extrem selten, da seine typischen Wuchsorte durch Entwässerung, Kalkung und Düngung akut bedroht sind. In Roten Listen ist er mit dem Gefährdungsgrad G 2 (stark gefärdet) ausgewiesen.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 6. März 2025