Hypholoma polytrichi
Moos-Schwefelkopf
Dieser wenig beachtete Schwefelkopf ist ein Begleiter vom Haarmützenmoos (Polytrichum), einem der größten einheimischen Moose, das in Nadelwäldern auf feuchten, sauren und nährstoffarmen Böden zu finden ist. Laut DGfM-Verbreitungskarte war der Pilz offenbar da, wo auf ihn geachtet wurde, gar nicht selten, gehört jedoch seit Jahren zu den stark rückläufigen wenn nicht sogar in manchen Regionen verschollenen Arten. In Roten Listen wird er unter dem Gefährdungsgrad RL 2 als stark gefährdet ausgewiesen.
Wie viele Pilzarten, die zwischen Moosen wachsen, ist auch der Moos-Schwefelkopf darauf angewiesen, seinen Hut zum Aussporen über seine unmittelbare Umgebung zu erheben und hat deshalb auffallend lange Stiele. Während die konischen, jung gelblichen, später fuchsig- bis orangebraunen Hütchen gerade mal 1 bis 2 Zentimeter Durchmesser erreichen, werden die 2 – 3 Millimeter dicken Stiele bis zu 7 Zentimeter lang. Sie sind auf ockerbraunem Grund weissfaserig überzogen und fühlen sich knorpelig fest an. Die jung weisslichen Lamellen werden bald gelblich und schließlich durch ausfallendes Sporenpulver purpurbraun. Das dünne Fleisch ist ockergelb, Geruch und Geschmack unauffällig. Zu seinen Mikromerkmalen gehören kleine dickwandige elliptische Sporen mit Keimporus und den Maßen 7 – 10 x 4 – 5,5 µm.
Verwechslungen wären vor allem möglich mit dem Torfmoos-Schwefelkopf Hypholoma elongatum, der auf Torfmoosen (Sphagnum) wächst und größere Sporen (9 – 12 x 5 – 7,5 µm) besitzt.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 4, Nr. 414
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4, Seite 362 – 363
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 511, (11.1.07)