Hypholoma elongatum
Torfmoos-Schwefelkopf
Beim Namen „Schwefelköpfe“ denkt der Pilzfreund an dichtbüschelig an Holzstubben wachsende Arten mit gelblichen bis ziegelroten Farben und Hutdurchmesser von 5 bis 10 Zentimetern. Es gibt aber auch einige sehr viel kleinere, die zwischen Torfmoosen (Sphagnum, Polytrichum) wachsen und auffallend lange Stiele haben. Die brauchen sie auch, um ihre Hüte zum Aussporen über ihre unmittelbare Umgebung zu erheben. Eine von diesen ist der Torfmoos-Schwefelkopf Hypholoma elongatum.
Seine in der Mitte orangebräunlichen, zum Rand hin eher gelblichen Hütchen erreichen 1 bis 2,5 cm Hutdurchmesser. Sie sind jung konvex halbkugelig, später verflachend. Die Lamellen sind jung weisslich bis olivgelblich, bei Sporenreife werden sie violettbräunlich, ausgebuchtet am Stiel angewachsen. Die elastischen hohlen Stiele können bis zu 12 cm lang werden, sind aber nur 1 bis 1,5 mm dick. Geruch und Geschmack unauffällig mild, bisweilen etwas muffig. Das Sporenpulver ist purpurbraun.
Wichtige Mikromerkmale sind: Basidien 2- oder 4-sporig, keulig, 25 – 32 x 8 – 11 µm. Sporen elliptisch, glatt, leicht dickwandig, mit Tropfen, 9 – 11 x 5 – 7 µm.
Der Torfmoos-Schwefelkopf wächst einzeln bis gesellig zwischen Torfmoosen in Mooren oder an feuchten, sumpfigen Plätzen in Wäldern. An solchen geeigneten Standorten ist die Art relativ häufig. Erscheinungszeit ist Sommer bis Herbst. Ähnlich ist der Moos-Schwefelkopf Hypholoma polytrichi, der auf Haarmützenmoos (Polytrichum) in Nadelwäldern auf feuchten, sauren und nährstoffarmen Böden wächst und kleinere Sporen (9 – 12 x 5 – 7,5 µm) hat.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 4, Nr. 409
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4, Seite 354 – 355
- Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer für unterwegs, Seite 346
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 511 (11.1.06)