Hygrocybe miniata

Mennigroter Saftling

(Fr.) P. Kumm. 1871
Familie: Hygrophoraceae
© Dieter Gewalt
miniata = mennigfarben

Dies ist vermutlich der bekannteste (und häufigste?) unter den kleinen roten Saftlingen, aber es gibt eine ganze Menge davon. Ein Indiz, dass es sich um Hygrophorus miniata handeln könnte, ist die oft etwas schorfige Huthaut. Auffällig ist auch, dass er nur selten allein auftaucht. In der Regel wachsen an einer Fundstelle mehrere bis sehr viele Exemplare, auch über eine größere Fläche verteilt. Zur sicheren Bestimmung sind mikroskopische Merkmale zu berücksichtigen.

Als Standort werden grasige oder moosige Flächen angegeben, beim hier fotografierten Fund war es ein kurz gehaltener mit Moos durchmischter Rasen in der Parkanlage am Campus Heusenstamm. Kriegsteiner (Großpilze Baden-Württembergs Band 3, 2001) zählt eine ganze Reihe bevorzugter Biotope auf: Zwischen- und Hochmoore, nasse Staudenfluren, Quell- und Bachfluren, Gräben, Pfeifengraswiesen, moosige Kurzgras- und Magerwiesen, Sandrasen, Wacholderheiden, Waldlichtungen und -ränder, etc.; strikt sticksoffarme, aber saure Böden.

Kurzbeschreibung:
Hut: 1 - 3 cm breit, mennig- bis leuchtend zinnoberrot, orangerot verblassend, Huthaut trocken, fein filzig schorfig
Lamellen: gelblich bis orangerot, relativ dick und entfernt stehend, Schneiden gelblich, gerade am Stiel angewachsen, mit kürzeren Lameletten untermischt
Stiel: bis 6 cm lang, zinnober- bis orangerot, glatt, manchmal gekrümmt oder verbogen
Geruch und Geschmack: unauffällig, mild
Sporen: ellipsoid, glatt, hyalin, einkernig, mit Tropfen, 7 - 9 x 4 - 5 µm

Sporen (Mikrofoto: Thomas Lehr)

Ähnliche Arten:
Hygrocybe acutopinicea = Rotkegeliger Saftling
Hygrocybe calciphila = Kalkholder Saftling
Hygrocybe coccinea = Kirschroter Saftling
Hygrocybe helobia = Sumpf-Saftling
Hygrocybe mucronella = Bitterer Saftling
Hygrocybe reidii = Honigsaftling
u. a.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 31. Dezember 2021