Xeromphalina campanella
Geselliger Glöckchennabeling
Gesellige Glöckchennabelinge zu finden, ist immer auch ein ästhetisches Erlebnis, vergleichbar mit Blumen und Blüten. Das lassen Begriffe wie gesellig und Glöckchen schon vermuten, und ein Blick auf die Fotos von Johann Rejek verdeutlicht es noch. Es sind bildhübsche kleine Pilzchen. Dass sie mit den Helmlingen verwandt sind, erscheint aufgrund ihres Aussehens durchaus nachvollziehbar.
Wir haben es mit einem Frühjahrpilz zu tun, der jedoch ganzjährig und vor allem in höheren Lagen ab etwa 300 m an morschem Nadelholz, ganz überwiegend an Fichte, gefunden werden kann. Seine dünnfleischigen Hüte erreichen Durchmesser von 0,5 bis 2 cm Durchmesser. Sie sind orangegelblich bis orangebräunlich gefärbt, am Rand durchscheinend gerieft, in der nabelartig vertieften Mitte etwas dunkler. Die in elegantem Bogen am Stiel herablaufenden Lamellen sind heller gefärbt. Sie stehen relativ entfernt, sind vor allem zum Hutrand hin oft gegabelt und zwischen den 12 – 15 durchgehenden mit kürzeren Lameletten mehrfach untermischt und queraderig verbunden. Die meist etwas gebogenen Stiele sind ähnlich gefärbt, zur Basis hin jedoch deutlich dunkler und meist mit filzig-striegeligem Myzelfilz bekleidet. Sie werden bis zu 3 cm lang. Das amyloide Sporenpulver ist weiß. Die ellipsoiden glatten Sporen messen 5,5 – 8 x 3 – 4 µm.
Verwechslungen wären mit habituell kaum unterscheidbaren nahe verwandten, sehr seltenen oder in Deutschland nicht nachgewiesenen Nabelingsarten möglich. Denkbar auch mit dem Bitteren Glöckchennabeling Xeromphalina fellea, der jedoch bitter schmeckt, oder mit dem Olivgelben Goldnabeling Chrysomphalina grossula, der auch auf Rindenmulch vorkommt. Xeromphalina campanella hat milden Geschmack und pilzigen Geruch, wird aber als ungenießbar bezeichnet. Begnügen wir uns also damit, uns an seinen optischen Reizen zu erfreuen.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 3, Nr. 446
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 3, Seite 580 – 581
- Ewald Gerhardt: Der große BLV-Pilzführer für unterwegs, Seite 212
- https://de.wikipedia.org/wiki/Geselliger_Gl%C3%B6ckchennabeling