Tricholoma portentosum

Schwarzfaseriger Ritterling

(Fr.) Quél. 1873
Familie: Tricholomataceae
© Dieter Gewalt
portentosum = wunderbar

Der Schwarzfaserige Ritterling ist auch unter dem Namen “Schneepilz” bekannt, der etwas über seine Erscheinungszeit aussagt. Er ist ein charakteristischer Spätherbstpilz, der sogar noch im Winter und nach Nachtfrösten gefunden werden kann - und darüberhinaus ein ausgezeichneter Speisepilz. Leider ist er ziemlich selten und in seinem Bestand deutlich rückläufig. In der Online-Kartierung der DGfM sind für Hessen südlich der Mainlinie lediglich drei Fundpunkte eingetragen, von denen zwei inzwischen erloschen sein dürften. Als gefährdete Art wird er in den Roten Listen Deutschlands geführt und darf laut Bundesartenschutzverordnung von 1986 nicht gesammelt werden.

Er ist gekennzeichnet durch schwärzliche Radialstreifen auf seinem hell bis dunkler grau gefärbten Hut, der auch gelbgrünliche oder lila Beitöne aufweisen kann und bei feuchter Witterung schmierig ist. Er kann Durchmesser bis 10 cm erreichen und ist in der Mitte meist deutlich gebuckelt. Ältere Exemplare reißen oft an den Huträndern ein. Lamellen und Stiel sind weiß, können aber gelbgrünlich überhaucht sein. Der Pilz riecht mehlartig oder nach Gurken, der Geschmack ist mild und ebenfalls etwas mehlartig. Das Fleisch in Hut und Stiel ist fest, nicht brüchig wie bei den grauen Erdritterlingen. Der giftige Tigerritterling hat eine schuppige, nicht radialstreifige Huthaut, andere ähnlich gefärbte Ritterlinge zeichnen sich durch scharfen Geschmack aus. Das Sporenpulver ist wie bei allen Ritterlingen weiß.

Der Schwarzfaserige Ritterling wächst ausschließlich unter Nadelbäumen, vor allem unter Kiefern, seltener unter Fichten oder Weißtannen. Meine bisherigen Funde in der Rhein-Main-Ebene waren alle bei Kiefern.

Die Gattung der Ritterlinge ist in Deutschland mit ca. 50 Arten vertreten, die nicht immer leicht zu unterscheiden sind. Makroskopisch ist ihnen ein Merkmal gemeinsam, das unter dem Namen “Burggraben” bekannt ist. Damit ist gemeint, dass die Lamellen am Stielansatz eine Art Graben bilden, also etwas ausgebuchtet angewachsen sind wie auf den nachfolgenden Abbildungen zu sehen:

Übrigens… Es wird behauptet, dass Eichhörchen, die neben Nüssen, Früchten, Knospen, etc. auch Pilze verzehren, unter diesen besonders Schwarzstreifige Ritterlinge schätzen. Die wissen, was lecker ist!

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 15. Mai 2021