Stereum subtomentosum

Samtiger Schichtpilz

Pouzar 1964
Familie: Stereaceae
© Dieter Gewalt
subtomentosum = schwach filzig

Von oben betrachtet könnte der Samtige Schichtpilz für eine Schmetterlingstramete gehalten werden. Die Zonierung hat durchaus eine gewisse Ähnlichkeit, aber schon die flatterig dünnen und sehr elastischen lederigen Fruchtkörper unterscheiden ihn deutlich von den Trameten. Ein Blick auf die Fruchtschicht (Unterseite, auch Hymenium genannt) sorgt endgültig für Klarheit. Bei den Schichtpilzen ist sie glatt, höchstens mehr oder weniger runzelig, während sie bei den Trameten deutlich porig ist.

Die Fruchtkörper des Samtigen Schichtpilzes sind fächer- bis halbkreisförmig, oft etwas wellig verbogen und meist verschmälert am Substrat angewachsen. Die Oberseite ist gezont, graubraun bis rötlich braun oder sogar mit rotem Rand, später oft durch Algenbewuchs grünlich verfärbt. Sie fühlt sich feinsamtig an und hat am Rand eine weißliche Zuwachszone. Der Samtige Schichtpilz besiedelt totes Lauholz, vor allem liegende Stämme und Äste. Sein Wirtsspektrum ist beträchtlich, doch ganz überwiegend ist er an Buche zu finden.

Schnitt durch einen Fruchtkörper des Samtigen Schichtpilzes

Die sieben in Deutschland vorkommenden Schichtpilzarten sind mit etwas Erfahrung schon optisch recht gut zu unterscheiden, vorausgesetzt, man hat frisch gewachsene Exemplare zur Verfügung. Alte, vertrocknete und vorjährige sind meist kaum noch sicher bestimmbar. Lediglich der hier gezeigte Samtige Schichtpilz hat mit dem Braunsamtigen Schichtpilz einen leicht verwechselbaren Doppelgänger. Hier hilft aber schon eine gute Lupe weiter. Im Schnitt durch den Fruchkörper zeigt Stereum subtomentosum eine helle, gleichmäßige Behaarung, bei S. insignitum ist sie braun und einzelne Haarbüschel sind deutlich voneinander getrennt . Außerdem färbt sich die Unterseite von Stereum subtomentosum beim Reiben mit befeuchtetem Finger gelb, die von Stereum insignitum jedoch nicht. Dieser Test funktioniert nur bei frisch gewachsenen Fruchtkörpern. Sollten immer noch Zweifel bleiben, muss das Mikroskop ran. Im Gegensatz zum Samtigen Schichtpilz besitzt der Braunsamtige sogenannte Acanthozystiden.

Fruchtkörper und Schnitt, oben: Stereum subtomentosum -- unten: Stereum insignitum (2 Fotos: Bernd Miggel)

Schlüssel für mitteleuropäische Stereum-Arten von Bernd Miggel

1 Fruchtschicht beim Reiben mit feuchtem Finger deutlich blutend (rot, rötlich) 2
1* Fruchtschicht beim Reiben nicht rötend 4
2 Fruchtkörper auf Laubholz 3
2* Fruchtkörper auf Nadelholz (meist Fichte) Stereum sanguinolentum
3 Resupinat, mit schmaler, kaum abstehender Hutkante, große Flächen überziehend, bevorzugt an Hasel S. rugosum
3* Effuso-reflex mit deutlich abstehenden Hutkanten (1-2 cm), auffallend gekräuselt, fast nur an Eiche S. gausapatum
4 Cortex vorhanden (dunkle Linie unter dem Tomentum) 5
4* Cortex fehlend, Oberseite striegelig, an dünnen Ästchen, meist von Eiche S. rameale
5 Oberseite striegelig, zottig behaart, frisches Hymenium orangegelb, sehr häufige Art, bevorzugt an Eiche und Buche, effuso-reflex S. hirsutum
5* Oberseite nicht striegelig, lediglich samtig filzig, frisches Hymenium nicht orangegelb, basal oft stielförmig zusammengezogen, pileat, fächerförmig 6
6 Hutoberfläche braun bis schwarzbraun, ungleichmäßig filzig, mit Acanthozystiden S. ostrea (=S. insignitum
6* Hutoberfläche jung ockerbraun, gleichmäßig filzig, ohne Acanthozystiden S. subtomentosum

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 23. Mai 2021