Scleroderma bovista

Netzsporiger Kartoffelbovist

Fr. 1829
Familie: Sclerodermataceae
© Dieter Gewalt
bovista = Stäubling

Völlig problemlos zu erkennen ist unter den 5 deutschen Kartoffelbovistarten nur der überaus häufige Dickschalige (Scleroderma citrinum). Bei allen anderen muss man schon genauer hinschauen oder sogar mikroskopieren. Letzteres gilt auch für den hier vorgestellten Netzsporigen Kartoffelbovist.

Die oben abgebildete Kollektion stammt aus dem Carré an der Dietzenbacher Rodgaustraße, das neben dem bebauten Anteil eine großzügige Parkanlage besitzt, die ein artenreiches Biotop darstellt. Hier ist der Netzsporige Kartoffelbovist seit Jahren regelmäßig anzutreffen. Die kartoffelähnlichen Fruchtkörper können bis zu 6 cm breit werden, bleiben aber meist deutlich kleiner. Sie sind mit einem kurzen Scheinstiel im Boden eingesenkt. Die Schale, mit einem mykologischen Fachbegriff Peridie genannt, ist etwa 1 - 1,5 mm dick. Das Innere, Gleba genannt, ist beim jungen Pilz fest und schwarz und zerfällt bei der Reife zu dunkelbraunem Staub. Es handelt sich um eine mäßig häufige Art, die mit etwas Erfahrung recht gut zu erkennen ist.

Vereinfachter Bestimmungsschlüssel der 5 in Deutschland nachgewiesenen Arten:

(Dieser Schlüssel wird in Kürze hier eingefügt)

Da dieser Schlüssel nur makroskopische Merkmale berücksichtigt, die aufgrund der natürlichen Variabilität nicht immer eindeutig sind, müssten im Zweifelsfall die Sporen mikroskopiert werden. Bei Scleroderma bovista und citrinum sind sie netzig ornamentiert, bei den anderen Arten stachelig. Zu beachten ist hierbei, dass sie reif sein müssen. Dies ist immer der Fall, wenn die Pilze auf Druck eine braune Wolke abgeben, die sich gut mit dem Objektträger einfangen lässt. Beim Wachstum, d. h. so lange das Innere der Fruchtkörper noch fest ist, trennen sich die Sporen schon frühzeitig von den Basidien und werden dann von Nährhyphen versorgt, die meist noch im Sporenabwurf vorhanden sind und einzelne Sporen oder Sporenagglomerationen schlingenartig umgeben.

Netzig ornamentierte Sporen, z. T. von Nährhyphen umschlungen (Mikrofotos: Frank Kaster)

Der Netzsporige Kartoffelbovist wird auch Gelbflockiger Kartoffelbovist genannt, was man nicht unbedingt bei jedem Fund nachvollziehen kann, wohl aber bei dem nachfolgend abgebildeten:

Fallobst, Kartoffeln oder ganz was anderes? Antwort: natürlich Kartoffelboviste (Scleroderma bovista)

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 25. April 2021