Rhodonia placenta

Rosafarbener Saftporling

(Fr.) Niemelä, K.H. Larss. & Schigel 2005
Familie: Rhodoniaceae
© Bernd Miggel
Synonym: Oligoporus placenta
placenta = Kuchen
Das rechte Foto zeit die Poren in starker Vegrößerung

Mitte Oktober 2020 fiel mir im NSG Waldmoor-Torfstich bei Oberreichenbach, Baden-Württemberg, ein Porling mit fast schreiender lachs- bis rosenroter Farbe auf, den ich als Rosafarbenen Saftporling bestimmen konnte.

Er wächst großflächig, bildet nie Hutkanten (resupinate Wuchsform); an senkrechten Substraten bildet er gerne knotenförmige Vorsprünge (nodulose Wuchsform). Die randlichen Zuwachszonen und ganz junge Fruchtkörper sind weiß. Man findet den Pilz an feuchtem, stark zersetztem Nadelholz. Die Fruchtkörper sind im frischen Zustand weich. Getrocknet nehmen sie eine hornartig harte Konsistenz an. Sie riechen im frischen Zustand deutlich pilzig-würzig, fast fruchtig.

Die Sporen lassen sich leicht gewinnen, indem man ein Stück eines Fruchtkörpers mit dem Porenbereich nach unten auf einen Objektträger legt und mit einer Pappschachtel abdeckt. Über Nacht fallen im günstigsten Fall tausende Sporen aus. Sie sind klein, glattwandig, hyalin und cyanophil (Wände färben sich mit Baumwollblau blau bis blauviolett). Die Durchschnittswerte von 25 repräsentativen Sporen mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit betragen: L x Bav: 5,3-5,7 x 2,3-2,4 µm, Qav: 2,25-2,48 mit Länge L, Breite B, Schlankheitsgrad Q = L/V, av Index für Durchschnitt (average).

Abb. links: Sporen -- Abb. Mitte: 3 Basidien mit je vier Sterigmen, gefärbt in Kongorot -- Abb. rechts: Hyphensystem monomitisch aus generativen Hyphen; im Bild eine Hyphe mit deutlicher Schnalle (Präparat in SDS-Kongorot)

In der Roten Liste der gefährdeten Pilze Deutschland 2017 ist die Art in der Gefährdungskategorie D (Daten unzureichend) angegeben. Die Art ist also recht selten.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Bernd Miggel.
Zuletzt aktualisiert am 21. Juni 2021