Psathyrella marcescibilis

Grauweißer Faserling

(Britzelm.) Sing. 1951
Familie: Psathyrellaceae
© Dieter Gewalt
Neuer Name: Coprinopsis marcescibilis
marcescibilis = verderblich
(alle Fotos von Matthias Dondl)

Der Grauweiße Faserling Psathyrella marcescibilis ist eine recht variable Art, die nicht immer leicht zu bestimmen ist. Sie kommt von Mai bis November in- und außerhalb von Wäldern vor und könnte u. a. mit dem häufigeren Behangenen Faserling Psathyrella candolleana verwechselt werden, der von Kennern gern gesammelt und gegessen wird . Dieser wächst zumeist in Verbindung zu Holz (auch im Boden vergrabenes oder Rindenmulch), während Psathyrella marcescibilis auf Humuserde wächst.

Die 1 bis 2,5 cm breiten Hüte sind jung halbkugelig bis glockig, später konisch oder schirmartig ausgebreitet, der Hutrand mit vergänglichen weißlichen [Velumresten](Velum “Glossar)) behangen. Die Farbe variiert (da hygrophan) von weißlich, elfenbeinfarbig bis graubräunlich. Die Lamellen sind jung weißlich, bald bräunlich grau, durch ausfallendes Sporenpulver schwarzbraun, die Ränder unwesentlich heller. Die dünnen zerbrechlichen Stiele sind gerade oder auch verbogen, schwach faserflockig bis nahezu glatt, bis 7 cm lang aber nur 1,5 – 3 mm dick. Das weißliche Fleisch ist sehr dünn, Geruch und Geschmack sind unauffällig mild. Das Sporenpulver ist purpurschwarz.

Sporen

Mikromerkmale:
Basdidien keulig, viersporig, 17 – 30 x 12 – 14 µm; Sporen glatt, elliptisch, 10 – 15 x 6 - 8 µm. Zu beachten ist der für Psathyrella untypische Aufbau der Hutdeckschicht (obere Lage aus sehr dünnen Hyphen ohne Schnallen) und das Fehlen von Pleurozystiden, was möglicherweise der Grund dafür ist, dass einige Autoren den Pilz jetzt in die Gattung Coprinopsis stellen. Schnallen an Basidien und Cheilozystiden vereinzelt vorhanden.

Der Grauweiße Faserling ist kein Speisepilz, wird aber gelegentlich mit dem essbaren Behangenen Faserling verwechselt und ohne Schaden oder Geschmacksbeeinträchtigung verzehrt. Ein Giftstoff ist bisher nicht nachgewiesen.


Anhang von Matthias Dondl:

Funddaten: 10.08.2011; MTB 7934-3-4-1, 600 m; Leutstetten, Sonnenberg Süd, Buchenwald, am Straßenrand auf Erde mit Laubstreu; gesellig (3 Fk); Hut: 2,2-2,5 cm breit, kegelig bis glockig, trocken, glatt, matt, auffallend blass graubraun bis cremegrau, zur Hälfte fein durchscheinend gerieft, hygrophan, vom Scheitel her cremefarben bis cremegrau ausblassend; Velum spärlich, nur jung am Hutrand und am Stiel einige Flocken; Stiel: bis 8 x 0,3 cm, zylindrisch, basal gleichdick und in der Laubstreu verankert, nicht wurzelnd, fein faserig, oben bereift, sonst spärlich mit Velumflocken besetzt, weiß; Lamellen: aufsteigend und breit angewachsen, gedrängt, mittelgrau bis dunkelgrau; Schneiden weißflockig, nicht rötlich unterlegt; Fleisch: cremefarben, im Stiel fast weiß; Geruch: pilzig; Mikromerkmale vom Exsikkat: HDS: Cutis; LS: steril, von utriformen bis subzylindrischen (selten breit fusoiden) Cheilozystiden dominiert (sehr dicht stehend), diese ca. 32-42 x 9-13; Parazystiden unauffällig eingebaut; Pleurozystiden: keine beobachtet; Basidien: 4-sporig, ca. 22-24 x 12-13; mit Schnallen; Lamellentrama fast hyalin; Sporen: lateral schlank ellipsoid, ab und zu mit leichter subapikulärer Depression, frontal am Apex etwas verbreitert (minimal submitraförmig), KP meist abgeschrägt, ca. 1,5-2 breit, minimal abgeplattet, Maße: lateral: 12,6 x 6,6 (11,5-13 x 6,5-7), Q=1,90, frontal: 12,6 x 6,9 (12-13 x 6,5-7,5), Q=1,83; gesamt 11,5-13 x 6,5-7,5 x 6,5-7

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 4, Nr. 335
  • German J. Krieglsteiner & Andreas Gminder (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 5, Seite 624 – 625
  • Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer für unterwegs, Seite 364
  • Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 48 (10.1.09)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 7. Juni 2026