Pholiota lucifera
Fettiger Schüppling
Der Fettige Schüppling gehört zumindest im südlichen Teil Deutschlands zu den verbreiteten und häufigeren Arten, wobei er keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit stellt. Sowohl in- wie auch außerhalb von Laub-, Nadel- und Mischwäldern wächst er saprobiontisch an vergrabenem Holz oder Wurzeln und erscheint selten allein. Auch der bittere Geschmack gehört zu seinen typischen Eigenschaften, wobei zwischen echt bitter und bitterlich (= schwach bitter) zu unterscheiden ist.
Die leuchtend gelben, mit Schüppchen bedeckten Hüte erreichen Durchmesser von 3 bis 7 cm, mitunter auch etwa mehr. Ihre Oberfläche ist bei feuchtem Wetter glänzend und schmierig, bei Trockenheit ist sie matt und fühlt sich fettig an. Ein Buckel ist, wenn vorhanden, nur schwach ausgeprägt. Die engstehenden mehrfach untermischten Lamellen sind jung blass gelblich, später durch ausfallendes Sporenpulver orangebräunlich und ausgebuchtet am Stiel angewachsen. Die Stiele werden 3 bis 6 cm lang, sind mit 2 - 8 mm aber relativ dünn. Über dem sehr vergänglichen Ring sind sie blass gelblich und fein längsfaserig, darunter braun und zur Basis hin deutlicher schuppig, mitunter wie gegürtelt. Das Fleisch ist blass gelb. Geruch leicht süßlich, Geschmack bitter. Das Sporenpulver ist rostbraun.
Mikromerkmale:
Basidien keulig, manchmal etwas verbogen, mit Schnalle; 22 - 26 x 6,5 - 8 µm; Sporen elliptisch, glatt, ohne Keimporus, 7 - 11 x 4 - 6 µm; Cheilozystiden keulig, 30 - 60 x 6 - 13 µm. Keine Chrysozystiden.
Der Fettige Schüppling ist von Mai bis Dezember zu finden; Haupterscheinungszeit ist September/Oktober. Wegen seines bitteren Geschmacks nicht für die Küche geeignet.
Deutlich bittere Pholiota-Arten außer dem hier beschriebenen Fettigen Schüppling sind vor allem Pholiota astragalina (Safranroter Schüppling), Pholiota populnea (Pappel-Schüppling) und Pholiota tuberculosa (Faserschüppling, Krummstieliger Schüppling).
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 4, Nr. 433
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4, Seite 385 - 386
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 520 (11.3.12)