Monilinia johnsonii
Weißdornfrucht-Becherling
In der Gattung Monilinia sind ca. 30 pflanzenparasitische Kleinpilzarten zusammengefasst. Die hier vorgestellte Monilinia johnsonii erscheint im Frühjahr in Form winziger gestielter Becherchen (Apothecien) auf am Boden liegenden oder im Substat vergrabenen mumifizierten Früchten aus dem Vorjahr. Deren Sporen infizieren frische Blätter und Blüten und lässt sie verwelken. Gleichzeitig entwickelt sich auf ihnen eine Nebenfruchtform, deren Sporen (Konidien genannt) nun die Früchte befallen können, auf ihnen den Winter überdauern und im folgenden Frühjahr neue becherförmige Fruchtkörper entstehen lassen. Wir haben es hier also wie auch bei vielen Rostpilzen mit einer Art zu tun, bei der zwei unterschiedliche Sporentypen gebildet werden.
Die hell bis dunkler graubraun gefärbten Becherchen erreichen Durchmesser von 3 – 10 mm. Der körnige Becherrand ist meist heller. Die oft gekrümmten Stiele können unterschiedlich lang sein, wobei die extreme Variabilität von „kaum vorhanden“ bis 2 cm reicht. In den Asci befinden sich 8 glatte ellipsoide Sporen mit den Maßen 12 - 16 x 6,5 – 8 µm.
Monilinia johnsonii ist durch das ausschließliche Vorkommen an Weißdorn (Crataegus) problemlos zu identifizieren. Wie bei vielen solcher winziger Pilzchen, die in erster Linie durch gezielte Suche aufzufinden sind, ist es schwierig, zuverlässige Angaben über Häufigkeit und Verbreitung zu machen. Die DGfM-Verbreitungskarte (Stand: 07.2026) weist zerstreute Funde im nördlichen Drittel Deutschlands aus, während im Südwesten und Süden gerade mal ein einziger Fund markiert ist.
Weiterführende Literatur:
- Wolfgang Brandenburger: Parasitische Pilze an Gefäßpflanzen in Europa
- https://www.asturnatura.com/especie/monilinia-johnsonii
- https://bladmineerders.nl/en/parasites/fungi/dikarya/ascomycota/pezizomycotina/leotiomycetes/leotiomycetidae/helotiales/sclerotiniaceae/monilinia/monilinia-johnsonii/