Lepiota clypeolaria
Wolliggestiefelter Schirmling
Die Gattung der Schirmlinge (Lepiota) ist in Deuschland mit ca. 50 Arten vertreten. Unter ihnen gibt es keine Speisepilze. Sie gelten als giftig oder giftverdächtig, einige sogar lebensgefährlich giftig. Die meisten müssen als selten eingestuft werden, die vor allem in auwaldartigen Biotopen zu finden sind. Der hier vorgestellte Wolliggestiefelte Schirmling gehört mit Hutduchmessern von bis zu 8 cm und Stiellängen von bis zu 10 cm zu den größeren Arten und ist relativ gut gekennzeichnet. Er kommt in Laub- und Nadelwädern vor, in denen er Wegränder bevorzugt.
Die Hüte sind im aufgeschirmten Stadium deutlich geschuppt, wobei die Mitte glatt und blass braun gefärbt ist. Die Lamellen sind weiß, im Alter auch mit blass gelblichem Schein, und erreichen nicht den Stiel. Die Stiele sind vom nicht sehr auffälligen Ring abwärts fransig geschuppt, jung weiß, im Alter leicht gelblich. Der Geruch kann etwas unangenehm säuerlich bis leicht stechend sein. Auf eine Geschmacksprobe sollte man wegen Giftverdacht verzichten. Das Sporenpulver ist cremegelb.
Im Zweifelsfall ist eine mikroskopische Untersuchung zur sicheren Bestimmung sinnvoll, wobei es vor allem auf die Sporen ankommt. Die Gattung Lepiota kann anhand der unterschiedlichen Sporenform in drei Gruppen aufgeteilt werden, und zwar Fusisporae (länglich spindelig), Ovisporae (eiförmig oder ellipsoid) und Stenosporae (gespornt mit seitlichem Apikulus). Lepiota clypeolaria gehört zu den Fusisporae mit den Sporenmaßen 11,5 – 17 x 4 – 6,5 µm.
Verwechslungen wären vor allem mit dem Gelbflockigen Wollstielschirmling Lepiota ventriospora möglich, der die gleichen Standortansprüche hat und farblich eher zu gelblichen Tönen neigt. Seine Sporen sind wesenlich schlanker und länger (14 – 23 x 4 – 5,5µm).
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 4, Nr. 220
- Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer für unterwegs, Seite 44
- Andreas Gminder: Handbuch für Pilzsammler, Seite 187
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 457 (9.2.26)