Inocybe nitiduscula

Früher Risspilz

(Britzlm.) Lapl. 1894
Familie: Inocybaceae (Untergattung Inocibium)
© Dieter Gewalt
Synonym: Inocybe friesii
nitiduscula = ziemlich glänzend
Alle Fotos von Mathhias Dondl

Der deutsche Name ist etwas irritierend, denn so früh ist er gar nicht, unser Früher Risspilz. Breitenbach & Kränzlin geben als Erscheinungszeit Frühsommer bis Herbst an, Krieglsteiner / Gminder Mai bis November. Andere Quellen nennen ihn daher nicht ganz zu Unrecht „Später Risspilz“. Klarheit herrscht dagegen in der Feststellung, dass er höhere bis montane Lagen bevorzugt, im Flachland zwar nicht gänzlich fehlt aber sehr viel seltener vorkommt.

Seine jung konisch-kegeligen, später abgeflachten braunen Hüte sind fein radialfaserig und erreichen Durchmesser von 2 bis 5 cm. Der Buckel in der Hutmitte spitzt sich meist erst im Alter deutlich zu, weshalb der Pilz auch Spitzgbuckliger Risspilz genannt wird. Die Lamellen sind beigegrau und färben sich im Alter durch ausfallendes Sporenpulver braun. Die Lamellenschneiden sind weißlich bewimpert. Ein charakteristisches Merkmal besitzen die hellen, schlanken bis zu 7 cm langen aber nur etwa 3 - 7 mm dünnen im oberen Bereich fein bereiften Stiele: sie sind +/- rosa überhaucht und an der Basis nicht oder kaum verdickt. Das dünne Fleisch ist weißlich, lediglich direkt unter Huthaut blass rosa. Der Geruch ist wie bei den meisten Risspilzen auffallend spermatisch. Er kann auch erst im Alter oder durch Zerreiben deutlich werden. Der Geschmack ist mild und wird auch als erdig oder muffig beschrieben. Das Sporenpulver ist tabakbraun.

Lamellenschneide: Cheilozystiden - - Sporen

Mikromerkmale:
Basidien keulig, machmal leicht verbogen, viersporig, mit Schnalle, 26 - 34 x 9 - 13 µm; Sporen oval oder mandelförmig, braun, glatt, dickwandig, 9 - 13 x 5 - 7,5 µm; Cheilozystiden spindelig, 47 - 75 x 14 - 21 µm; Pleurozystiden ebenfalls spindelig, 45 - 80 x 10 - 25 µm; alle Zystiden apikal mit Kristallschopf.

Inocybe nitiduscula kommt als Mykorrhizapartner von Laub- und Nadelbäumen gern gesellig an Waldwegrändern und -straßen vor und bevorzugt kalkhaltige Böden. Dabei ist zu bedenken, dass Kalkeintrag auch durch Schotterung von Waldwegen auf sauren oder neutralen Böden erfolgen kann.

Der Pilz enthält u. a. das Nervengift Muskarin, das Symptome wie Speichel- und Tränenfluss, Pupillenverengung, Schwindel, Erbrechen und Durchfall verursachen kann. Anzeichen einer Vergiftung zeigen sich oft schon nach 15 Minuten oder wenigen Stunden.

Mehr über die Gattung erfahren Sie auf der Verwandtschaftsseite Risspilze.

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 5, Nr. 39
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 5, Seite 422 - 423
  • Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 600 (600.5.88)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 20. August 2026