Hypholoma polytrichi

Moos-Schwefelkopf

(Fr.) Ricken 1912
Familie: Hymenogastraceae
© Dieter Gewalt
Synonym: Psilocybe polytrichi
polytrichi = zum Polytrichum-Moos gehörig
27.08.2023: bei Schonach im Schwarzwald, Rendsberg 2 (2 Fotos von Christian Weinkötz)

Winzige Hütchen, dafür um so längere aber fast schon fadendünne Stiele - das markiert einen von ca. 10 Moos-Schwefelköpfen. Diese Artenzahl lässt schon vermuten, dass zur exakten Artbestimmung nicht nur das Aussehen des Pilzes zu beachten ist sondern auch das umgebende Moos bekannt sein sollte. Bemerkenswert: Arthur A. Pearson & R. W. G. Dennis hatten ihn 1948 in die Gattung Psilocybe transferiert, die für ihre psychoaktiven Arten bekannt ist. Derartige Wirkungen sind bei unserem Moos-Schwefelkopf mit Sicherheit nicht zu erwarten. Schwach giftig ist er dennoch. Er könnte Magen-/Darmbeschwerden verursachen.

2 Fotos von Christian Weinkötz

Die Hüte des Moos-Schwefelkopfs erreichen Durchmesser von 2 cm. Sie sind jung creme- bis ockerbraun, später zu gelbocker verblassend, bei Trockenheit matt, feucht aber glänzend und etwas schmierig. Die Lamellen sind jung weiß-gelblich, später durch ausfallendes Sporenpulver purpurbraun, am Stiel etwas ausgebuchtet angewachsen. Die meist nur 1 bis 2 Millimeter dünnen Stiele erreichen mit bis zu 7 cm beachtliche Längen, und das aus gutem Grund. Um wirksam aussporen zu können, müssen die Hüte über das umgebende Moos angehoben werden. Die Stiele sind von ockerbrauner Farbe, die nicht immer wahrgenommen wird, da sie auf ganzer Länge weiß überfasert sind. Das sehr dünne Fleisch ist ockergelb. Es riecht unauffällig, der Geschmack ist mild bis leicht bitterlich.

2 Fotos von Matthias Dondl (rechts: Sporen)

Da sich einige der kleinen Moos-Schwefelköpfe optisch nur schwer unterscheiden lassen, ist auch auf mikroskopische Merkmale zu achten. Die hier vorgestellte Art fällt durch kleine Sporen mit den Maßen 7,5 - 9 x 4 - 5 µm auf. Die zylindrischen Basidien sind viersporig und 20 bis 23 µm lang. Schnallen sind bei allen Hypholoma-Arten vorhanden.

Zu finden ist Hypholoma polytrichi in Nadelwädern auf sauren Böden zwischen Laubmoosen wie Polytrichum-Arten. Sie ist lückig in ganz Deutschland verbreitet, am häufigsten in Südwestdeuschland (Schwarzwald, Voralpenland), jedoch seit Jahren rückläufig und daher bereits im Bestand gefährdet (Gefährungsstufe G 2 = stark gefährdet).

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 4, Nr. 414
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 4, Seite 363
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 3. Oktober 2026