Hygrocybe glutinipes
Schleimfußsaftling
Hygrocybe glutinipes ist einer der kleinsten und schleimigsten Saftlinge, wobei sowohl Hut als auch Stiel mit einer Schleimschicht überzogen sind. Im Alter oder bei längerer Trockenheit ist jedoch auch er eher fettig oder klebrig, weshalb er auch Klebriger Saftling genannt wird. Die Farbskala reicht von kräftig orange bis ocker- oder zitronengelb. Bei diversen Auroren findet man auch Farbangaben wie löwen- bis orangegelb oder granatrot. Diese Variabilität deutet schon an, wie schwierig es ist, Saftlinge sicher zu bestimmen, zumal auch noch die mikroskopischen Merkmale sehr unterschiedlich sein können.
Auch die Hutgrößen werden je nach Quelle unterschiedlich angegeben: 1 – 2,5 cm (Krieglsteiner), 0,5 – 3 cm (Winkler, Keller), bis zu 4 cm (Pilzsuche). Die Lamellen sind blass gelb mit helleren Schneiden, gerade oder mit Zähnchen am Stiel angewachsen. Der oft sehr schlanke gelbe bis grünlich gelbe, auch orangerötliche Stiel wird 3 – 6 cm lang, aber nur 3 – 6 mm dick. Das dünne, sehr zerbrechliche Fleisch ist gelblich. Geruch unauffällig, Geschmack mild, manchmal etwas bitterlich. Das Sporenpulver ist weiß.
Mikroskopische Merkmale:
Die 4-sporigen Basidien messen 25 – 45 µm. Die glatten ellipsoiden bis zylindischen Sporen sind unterschiedlich groß ( 6 – 10 x 3,5 – 5,5 µm), vereinzelte können leicht eingedellt sein. Schnallen vorhanden.
Der Schleimfußsaftling gehört aufgrund seiner Seltenheit zu den geschützten Arten und darf nicht gesammelt werden. Wo er gefunden wird, kann er allerdings massenhaft auftreten. Er kommt auf Wiesen, Weiden und Magerrasen, in lichten Wäldern oder auch Parkanlagen vor, gern zwischen Moosen. Erscheinungszeit ist Frühsommer bis Spätherbst.
Verwechselt werden könnte er mit weiteren vor allem kleinen gelben und gelblichen Saftlingen wie zum Beispiel:
Stumpfer Saftling Hygrocybe chlorophana (meist größere Fruchtkörper)
Gebrechlicher Saftling Hygrocybe ceracea (meist weniger schleimig, enger stehende Lamellen)
Safrangelber Saftling Hygrocybe persistens (Basidien meist 2-sporig)
Weiterführende Literatur:
- German J. Krieglsteiner (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 3, Seite 48 - 49
- Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 198 (4.1.31)
- D. Keil: Hygrocybe glutinipes, in Z. Mykol. Beiheft 9 Seite 59 - 68
- https://www.youtube.com/watch?v=rY6WJqt0N0c