Hydropus marginellus
Braunschneidiger Wasserfuß
Man muss auf den obigen Fotos schon sehr genau hinschauen, um beim Braunschneidigen Wasserfuß braune Lamellenschneiden zu erkennen. Beim nachfolgenden Wikipedia-Foto sind sie besser auszumachen und damit haben wir in Verbindung mit dem Wachstum an morschen Strünken ausschließlich von Weißtanne und dem auf ganzer Länge fein bereiften Stiel eine Merkmalskombination, die eine makroskopische Bestimmung erleichtert. Allerdings haben wir es mit einer seltenen Art zu tun, die in manchen Jahren oder Perioden auch ganz ausbleiben kann.
Die hell bis dunkler graubräunlichen ode rußig braunen Hüte erreichen Durchmesser von 1 - 3 cm. Sie sind jung rundlich bis konvex, später ausgebreitet flach. Die Lamellen sind mehrfach mit kürzeren untermischt, ihre bräunlichen Schneiden sind nicht immer gut zu erkennen, besonders dann, wenn sie weiß bewimpert sind. Bis zu 18 von ihnen erreichen den Stiel, der bis zu 6 cm lang und 1 bis 3 mm dick sein kann. Er ist glatt, heller oder dunkler graubraun, fein bereift, hohl und häufig vor allem zur Basis hin verbogen. Die Pilze wachsen gesellig, mitunter zu wenigen büschelig. Geruch und Geschmack unauffällig. Das Sporenpulver ist weiß. Die Erscheinungszeit ist Juni bis Dezember.
Die Arten der Gattung Hydropus haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Helmlingen (Mycena), unterscheiden sich jedoch mikroskopisch. Entscheidend sind aufrecht stehende, keulige oder spindelige Hyphen ohne Schnallen in der Huthaut, die es so bei Mycena nicht gibt. Die keuligen, vier-, seltener zweisporigen Basidien messen 18 – 27 x 5,5 – 7 µm und haben eine Basisschnalle. Die elliptischen Sporen mit Tropfen und den Maßen 6 – 9 x 3 – 5,5 µm sind glatt.
Ein anderer, weitaus häufigerer Vertreter der Gattung ist der in ganz Deutschland verbreitete Buchenwald-Wasserfuß Hydropus subalpinus.
Anhang von Matthias Dondl:
Fundort: Mischwald über holozänen Flussablagerungen (Kies, Sand); auf finalmorschem Nadelholzstumpf (vermutlich Tanne); gesellig (4-5 Fk); Hut: bis 4 mm breit, gewölbt, trocken, samtig, schwach runzelig, ungestreift, dunkel olivbraun; Stiel: bis 1,8 x 0,15 cm, basal gleichdick, olivgrau, auf ganzer Länge kräftig bereift; Lamellen: gerade bis schwach bogig herablaufend und breit angewachsen, ziemlich dick, weißlich, an den Schneiden hellbraun unterlegt und an der Schneide selbst weiß bewimpert; Fleisch: siehe Schnittbild; Geruch: nicht signifikant; Mikromerkmale vom Exsikkat: Lamellenschneide: steril, Cheilozystiden heterogen, überwiegend schlank lageniform und farblos, untermischt mit intrazellulär diffus braun pigmentierten keuligen oder utriformen Marginalzellen, die Cheilos messen ca. 45 - 80 x 8 - 13; Schnallen vorhanden (aber unauffällig); Sporen: regulär ellipsoid, Maße: 7,9 x 4,9 (7,3 - 9,1 x 4,2 - 5,5), Q=1,61 (1,44 - 1,90), 20 Soren vom Abwurf gemessen
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 3, Nr. 226
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3, Seite 268 – 269
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 331, (5.19.26)