Chrysomphalina strombodes
Gelblättriger Nabeling
Dieser zweifellos hübsche nabelingsartige Pilz scheint eine Herausforderung zum Thema „Farbvariabilität“ zu sein. Der deutsche Artname „gelbblättrig“ ist bei keinem der hier gezeigten Fotos nachvollziehbar. Wenn man die mit Google-Suche gefundenen Abbildungen betrachtet, glaubt man, es mit mehreren unterschiedlichen Arten zu tun zu haben. Bei Winkler/Keller (Pilze Mitteleuropas) sieht man eindeutig gelbe Pilze. Auch die Huthautfarbe variiert auf den nachfolgend gezeigten Fotos zwischen weißlich und dunkler grau. Die Gattungszugehörigkeit schwankt in der Literatur zwischen Gerronema und Chrysomphalina. Für letztere spricht lt. Breitenbach & Kränzlin die besondere Struktur der Lamellentrama.
Chrysomphalina strombodes hat formschöne trichterig vertiefte dünnfleischige Hüte mit sichelförmig am Stiel herablaufenden Lamellen. Sie erreichen Durchmesser von 1,5 bis 4 Zentimeter. Die Oberfläche ist seidig matt, radialfaserig, das Farbspektrum reicht von weißlich über gelblich, graugelblich bis heller oder dunkler grau. Die Lamellen sind jung weiß, später mehr oder weniger deutlich gelb oder gelblich creme. Oft sind sie zum Rand hin gegabelt und mit kürzeren untermischt. Die schlanken, +/- verbogenen hohlen Stiele sind bis zu 4 cm lang und 3 bis 5 mm dick. Ihre Oberfläche ist cremeweißlich bis hellgrau oder blass graubraun und längsfaserig. Die Trama ist blass, Geruch unauffällig, leicht krautartig, Geschmack ebenfalls krautig oder etwas bitterlich. Das Sporenpulver ist weiß.
Mikromerkmale:
Basidien viersporig, schlank keulig, 22 - 40 x 5 - 7 µm; Sporen elliptisch, glatt, hyalin, mit Tropfen, 4,5 - 7 x 3 - 4 µm; Schnallen an Hyphen, Basidien und Zystiden
Chrysomphalina strombodes ist eine seltene auf morschem oder vergrabenem Nadelholz fruktifizierende Art, die vom Frühsommer bis etwa September zu finden ist. Verwechselt werden könnte sie mit dem Olivgelben Goldnabeling Chrysomphalina grossula oder dem Geselligen Glöckchennabeling Xeromphalina campanella.
Anhang zum abgebildeten Fund von Mathias Dondl
Fundbeschreibung: 06.07.2008; MTB 8136-4-3-1, 750 m, Warngau, Taubenberg; direkt in einem Graben an Bachlauf, auf sehr stark vermorschtem Nadelholzstammstück (vermutlich Tanne); gesellig bis schwach büschelig (>10 Fk); Hut: bis 2,5 cm breit (und gut 1 cm hoch), jung halbkugelig, dann trichterförmig mit herabgebogenem Rand, Rand zuletzt gerade, trocken, deutlich radialfaserig und etwas runzelig wirkend, im vertieften Zentrum schwach feinschuppig, ganz jung komplett schokoladenbraun, später graubraun und durch dunklere Fasern streifig, oft auch mit dicken rostbraunen Radialstreifen, später zu sattcreme ausblassend; Stiel: ca. 3 x 0,2, oft stark geboben, zylindrisch, basal gleichdick oder schwach keulig verbreitert, cremeweiß, an der Spitze schwach bereift, sonst längsfaserig; Lamellen: entfernt, untermischt, stark herablaufend, cremeweiß bis sattcreme, im Alter etwas gilbend, Schneiden glatt; Fleisch: dünnfleischig, cremefarben, bisw. etwas wässerig cremegrau; Geruch: schwach nach kohlrabi; Geschmack: mild, schwach kohlrabiartig; Stielrinde: -; Cheilozystiden: ohne Hymenialzystiden; Pleurozystiden: -; Kaulozystiden: relativ kurze, meist keulige, aber auch anders geformte, bisweilen etwas knorrige, Elemente, Schnallen vorhanden (bei Zystiden und Stielhyphen); HDS: Cutis aus 2-6 µm breiten Zellen, intrazellulär braun pigmentiert (bisw. auch vakuolär goldbraun), Schnallen reichlich vorhanden, Terminalzellen ähnlich den Kaulozystiden aus etwas aufgeblasenen, keuligen Elementen, bis 7 µm breit; Basidien: schlankkeulig, vorwiegend 4-sporig, ca. 35-40 x 5-6, mit Basalschnallen; Sporen: ellipsoid, mit großem Apiculus, 6,1 x 3,6 (5,5-7 x 3-4), Q=1,68 (1,5-1,9), inamyloid, Zellwände nur selten sichtbar, meist mit einem Tropfen; Bestimmung: Gerronema strombodes (Berk. & Mont.) Singer, Streifiger Nabeling. Der korrekte Artname ist vermutlich G. xanthophyllum (Bres.) Norvell & al.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 3, Nr. 148
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3, Seite 151 –152
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 215 (4.3.03)