Calvatia excipuliformis

Beutelstäubling

(Scop.) Perdeck 1950
Familie: Lycoperdaceae
© Dieter Gewalt
Neuer Name: Lycoperdon excipuliformis; Synonym: Handkea excipuliformis
excipuliformis = gefäßförmig

Der Beutelstäubling sieht aus wie ein zu groß geratener Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum) und ist damit eigentlich schon gut beschrieben. Während dieser bis zu 8 cm hoch werden kann, erreicht der Beutelstäubling etwa die doppelte Höhe (bis zu 15 cm). Er ist in seiner Form auch sehr viel variabler als sein kleinerer Verwandter. Die Stiel kann lang und schlank und deutlich vom Kopfteil abgesetzt sein, aber auch beutelartig zur Basis hin verschmälert, dazu runzelig faltig und in seltenen Fällen sogar in zwei Kopfteile gegliedert. Die gezeigten Fotos bilden diese Variationsbreite anschaulich ab.

Die Fruchtköper sind locker mit feinen Stacheln oder Körnchen besetzt, die allmählich verloren gehen, wobei sich auch die Farbe von weiß zu ockergelblich und graubraun verändert. Im Alter, das heißt bei Sporenreife, platzt die Außenhaut auf und gibt den Blick frei auf die wattige Gleba, die zu braunem Sporenpulver zerfällt.

Mikromerkmale:
Basidien gedrungen keulig, 4-sporig, 12 – 15 x 6 – 8 µm. Sporen dünnwandig, warzig, mit angeheftetem Sterigmenrest, rund, 4,5 – 5,5 µm Ø. Hyphen ohne Schnallen.

Der Beutelstäubling ist eine in ganz Deutschland verbreitete, nicht seltene Art, allerdings längst nicht so häufig wie der Flaschenstäubling. Sie kommt in allen Höhenlagen in- und außerhalb von Wäldern vor und stellt keine besonderen Ansprüche an die Bodenqualität. Erscheinungszeit ist Sommer bis Spätherbst, auch noch in milden Wintern. Verwechselt werden könnte er vor allem mit dem deutlich kleineren Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum), dessen Fruchtkörper dicht mit größeren und kleineren Warzen besetzt sind, die auch verlorengehen können. Deren Sporen sind etwas kleiner und dickwandig. Der Hasenbovist Calvatia utriformis ist stiellos und seine Haut reißt felderig auf.

Für die Küche ist der Beutelstäubling nicht uninteressant, solange er noch weiß ist. In Scheiben geschnitten ist er ähnlich wie der Riesenbovist zum Panieren und Braten geeignet. Er enthält Vitamine und Mineralien, darunter so wertvolle wie Eisen, Zink und Magnesium.

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 2, Nr. 510
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2, Seite 136 - 137
  • Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 102 (1.5.06)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Beutel-St%C3%A4ubling
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 13. Dezember 2025