Boletus rubrosanguineus

Weinroter Purpur-Röhrling

Cheype 1983
Familie: Boletaceae
© Dieter Gewalt
Neuer Name: Suillellus rubrosanguineus
rubrosanguineus = blutrot
15.08.2025 bei Nattheim, Landkreis Heidenheim, Baden-Württemberg (alle Fotos dieser Seite von Georg Schabel)

Purpur-Röhrlinge sind eine kleine Gruppe von Dickröhrlingen (Boletus), die inzwischen in unterschiedlichen Gattungen (Rubroboletus, Imperator, Suillellus) geführt werden. Gemeinsames Merkmal sind gelbe und/oder rötliche Farben an Hut und/oder Stiel. Diese sehr unpräzise Formulierung deutet bereits auf die Schwierigkeit hin, sie sicher zu unterscheiden, zumal die Stiele auch noch schlank und/oder dickbauchig sein können und es sich um seltene oder sehr seltene Arten handelt. Dass sie im Fundkorb nach wie vor unter Boletus geführt werden, hat einen praktischen Grund. Alle hier beschriebenen Dickröhrlinge stehen in alphabetischer Reihenfolge beieinander, sodass man zu Vergleichszwecken zwischen ihnen hin- und herblättern kann, egal welcher neuen Gattung sie gerade angehören.

Boletus rubrosanguineus wird von manchen Autoren (u. a. German J. Krieglsteiner) auch unter dem deutschen Namen Falscher Satans-Röhrling (Boletus legaliae) geführt. Der Weinrote Purpur-Röhrling hat jung feinsamtige, hellgraue bis blass milchkaffeefarbene, halbkugelige, später rosa- bis purpurrote, polsterförmige, nicht verflachende Hüte mit Durchmessern von 6 bis 20 cm. Die Huthaut kann im Alter schorfig rissig werden. Die gelblichen etwas blauenden Röhren haben wein- bis karminrote, auf Druck ebenfalls leicht blauende sehr feine Poren. Die roten, jung ± dickbauchigen Stiele sind im Alter eher zylindrisch bis schlank keulig, zur Spitze hin auf gelblichem Grund netzartig oder punktiert rot bekleidet. Fraßstellen sind gelb wie auch das schwach blauende Fleisch, das an der Basis jedoch in rötliche Farbtöne übergeht. Geruch und Geschmack sind unauffällig bzw. mild. Keine spezifischen chemischen Reaktionen. Das Sporenpulver ist olivbraun.

Mikromerkmale:
Basidien 25 – 40 x 9 – 14 µm. Sporen spindelig, 12 – 18 x 4,5 – 6,5 µm. Zystiden bis 50 µm lang, flaschenförmig bis bauchig-spindelig. Hutdeckschicht jung mit aufgerichteten Hyphenenden (optisch an der feinsamtigen Huthaut erkennbar), die bald flach liegen und die Huthaut glatt erscheinen lassen.

Verbreitung:
Der Weinrote Purpur-Röhrling kommt in Buchenwäldern, seltener auch bei Fichten und Tannen auf kalkhaltigen Böden vor, im Norden und in der Mitte Deutschlands fehlend oder sehr selten, lediglich im Süden Bayerns etwas häufiger. Frank Röger nennt auch Funde aus der Kalkeifel sowie dem Schöbuch in Baden-Württemberg. In Roten Listen wird er trotz seiner Seltenheit als ungefährdete Art geführt.

Weiterführende Literatur:

  • Frank Röger: Die Purpur-Röhrlinge (Der Tintling, Nr. 50, Heft 1/2007), Seite 7 - 20
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 2, Seite 219 – 221
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 29. August 2025