Boletus depilatus

Blasshütiger Röhrling

Redeuilh 1986
Familie: Boletaceae
© Dieter Gewalt
Neuer Name: Hemileccinum depilatum
depilatus = kahl, enthaart
2 Fotos von Tanja Folbert

Die Fotos von Tanja Folbert dokumentieren einen Fund, der ihr am 29. September 2026 an der Stadtgrenze zwischen Frankfurt am Main und Bad Vilbel gelungen ist. Die Pilze wuchsen auf kalkhaltigem Boden, Bäume im Umkreis waren Eiche, Hainbuche und Buche. Er wird auch Gehämmerter Röhrling genannt, was sich aufgrund der kleinen Dellen auf der Hutoberfläche gut nachvollziehen lässt. Ein weiterer Name ist Gefleckthütiger Röhrling.

Foto: Tanja Folbert

Die jung halbkugeligen, später polsterförmig abgeflachten Hüte werden bis zu 15 cm breit. Die helleren und dunkleren bräunlichen Farben verteilen sich wie marmoriert erscheinend über die gesamte Oberfläche. Die Röhren sind jung zitronengelb, im Alter mehr gelboliv, auf Druck nicht blauend wie bei vielen anderen Röhrlingen. Die Stiele sind weißlich, manchmal zum Teil braunstreifig, auch feinschuppig, meist zylindrisch aber auch leicht bauchig, an der Basis zuspitzend mit wurzelndem Anhang. Sie können bis zu 12 (selten 15) cm lang werden und bis zu 3,5 cm dick. Mitunter sind sie auch leicht verbogen. Das Fleisch ist weiß bis blass gelb, über den Röhren und an der Stielspitze intensiv zitronengelb. Der Geschmack ist mild, manchmal eine Spur bitterlich. Geruch unauffällig, nur an der angeschnittenen Stielbasis nach Jod. Das Sporenpulver ist olivbraun.

Foto: Christian Weinkötz

Mikroskopische Merkmale:
Basidien keulig, viersporig, 25 - 30 x 12 - 15 µm; Sporen spindelig, elliptisch, glatt, mit Tropfen, 11,5 - 16 x 5 - 6 µm; Zystiden an den Lamellen spindelig, 50 - 67 x 8 - 12 µm. Wichtig zur Unterscheidung von ähnlichen Arten: die Hutdeckschicht besteht aus rundlich-blasigen, zum Teil knorrig verzweigten Zellen.

Wunderschöne und perfekt gelungene Darstellung des schweizer Pilzvereins am Bachtel

Der Blasshütige Steinpilz ist vom Sommer bis zum Spätherbst in Laubwäldern zu finden und bevorzugt trockene kalkhaltige Böden. Er gilt zwar als essbar, sollte aber aufgrund seiner Seltenheit (Gefährdungskategorie 2 = stark gefährdet) geschont werden. Bemerkenswert ist seine Standorttreue.

Anmerkung zu allen Porträts der Gattung Dickröhrlingsverwandte, die traditionell als Boletus bekannt war:
Sie ist inzwischen in zahreiche neue Gattungen aufgegliedert worden. Wir führen im Fundkorb jedoch alle Arten weiterhin unter dem Titel Boletus, um eine äußerst wertvolle Funktion aufrechtzuerhalten, nämlich das bequeme und praktische Durch-, Vor- und Zurückblättern aller Dickröhrlinge. Selbstverständlich sind die neuen Namen stets im Kopfteil angegeben.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 4. Oktober 2026