Agaricus subperonatus
Gegürtelter Champignon
Der Gegürtelte Champignon scheint eine seltene Art zu sein, die vor allem in den neuen Bundesländern im Nordosten Deutschlands häufiger ist, zum Beispiel auch in und rund um Berlin. Das mag erklären, dass die Art weder bei Breitenbach & Kränzlin (Pilze der Schweiz) noch bei German. J. Krieglsteiner (Großpilze Baden-Württembergs) erwähnt wird, wohl aber von Ewald Gerhardt und Michael, Hennig, Kreisel beschrieben wurden.
Der rötlichbraune Hut erreicht Durchmesser von maximal 12 Zentimeter, womit er zu den größeren Arten der Gattung gehört. Die Oberfläche ist mit anliegenden, etwas dunkleren Schuppen bedeckt, der Rand +/- eingebogen und mit weißlichen Hüllresten behangen. Die Lamellen sind champignontypisch rosa, später durch ausfallendes Sporenpulver dunkelbraun. Der kompakte Stiel ist 6 – 10 cm lang und 1,5 bis 3 cm dick. Ein charakteristisches Merkmal ist sein doppelter, nach oben abziehbarer Ring. Eine Abbildung bei Rose Marie Dähncke zeigt, dass die beiden Ringzonen weit von einenader entfernt sein können. Das weißliche Fleisch färbt sich im Anschnitt oder bei Verletzung sofort rötlich. Das Sporenpulver ist dunkelbraun. Die kurz ovalen Sporen messen 5 – 8,5 x 4 – 6 µm.
Der Gegürtelte Champignon ist, solange er nicht übel riecht und schmeckt, essbar und vom Frühjahr bis in den Herbst in Gärten, Parkanlagen, auch auf Kompost und Schuttplätzen, seltener im Wald zu finden. Anhand der Merkmalskombination
Hut rötlichbraun + doppelter Ring + Geruch obstartig süßlich, im Alter moderig oder nach Fisch“
ist die Art recht gut zu identifizieren. Eine gewisse Ähnlichkeit haben der Riesenchampignon Agaricus augustus und der Kompostegerling Agaricus vaporarius.
Weiterführende Literatur:
- Michael, Hennig, Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde (Jena 1981), Nr. 6
- Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer für unterwegs, Seite 64
- Rose Marie Dähncke: 700 Pilze in Farbfotos, Seite 300 (1200 Pilze = Seite 490)
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 445, (9.1.19)