Hemimycena gracilis
Nadel-Scheinhelmling
Der Nadel-Scheinhelmling gehört mit Hutdurchmessern von 3 – 10 Millimetern zu den kleinsten Arten der Gattung, die nicht leicht auseinanderzuhalten sind. Er gehört zu denen, die gern auf Fichtennadeln wachsen, wodurch sich die Anzahl der in Frage kommenden Arten reduziert. Die Hütchen sind halbkugelig bis glockig, erst im Alter flach werdend. Sie haben auffallend wenige bis zum Stiel reichende Lamellen (meist 10 – 15) mit meist einer verkürzten Lamelette in den Zwischenräumen. Die sehr dünnen, glatten Stiele werden maximal 6 cm lang, aber höchstens 1 Millimeter dick, an der Basis mit weißem Myzelfilz. Wir haben es mit einem zumindest im südlichen Deutschland oder in höheren Lagen häufigeren Scheinhelmling zu tun.
Bestimmung nach Moser: Kleine Art, also weiter bei: 6 Hut und Stiel unter der Lupe nicht erkennbar behaart, weiter bei: 13 da auf Nadeln weiter bei: 15 da im Fichtenwald = Hemimycena gracilis. Falls auf Kiefernnadeln = Hemimycena pseudogracilis, seltene Art). Daraus lässt sich die Merkmalskombination
Kleine Art (maximal 10 – 13 mm Hutdurchmesser) – Stiel glatt (unbehaart) – auf Fichtennadeln oder im Fichtenwald = Hemimycena gracilis”
ableiten.
Mikroskopische Merkmale:
Basidien 4-sporig, keulig, 15 – 25 x 4,5 – 5,5 µm; Sporen glatt, länglich zitronenförmig, oft leicht gekrümmt, mit Tropfen, 6,5 – 13 x 1,5 – 3,2 µm; Hutdeckschicht aus stark verästelten, darunter aus glatten parallel liegenden dickbauchigen Hyphen bestehend. Schnallen vorhanden.
In Deutschland sind ca. 16 Hemimycena-Arten nachgewiesen. Die meisten sind selten oder sehr selten. Etwas häufiger sind neben Hemimycena gracilis noch Hemimycena cucullata (Gipsweißer Scheinhelmling) und Hemimycena lactea (Milchweißer Scheinhelmling). Eine weitere im Funkorb vertretene Art ist Hemimycena ignobilis (Feinhaariger Scheinhelmling).
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 3, Nr. 219 (als Hemimycena pithya)
- German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3, Seite 255
- Meinhard Moser: Kleine Kryptogamenflora Band IIb/2, Seite 165 - 167
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 354, (5.20.101)