Hemimycena cucullata

Gipsweißer Scheinhelmling

(Pers.) Singer 1961
Familie: Mycenaceae
© Dieter Gewalt
cucullata = mit Kappe, Kapuze
Foto: Christian Weinkötz

Die Gattung Hemimycena (Scheinhelmlinge) fällt durch nahezu rein weiße Fruchtkörper mit langen dünnen Stielen auf. Nur wenige erreichen Hutdurchmesser von 2 bis 2,5 cm Durchmesser, darunter auch der hier vorgestellte Gipsweiße Scheinhelmling. Er ist überwiegend an morschen Holzresten und faulenden Blättern in- und außerhalb von Wäldern zu finden, gern in moosiger Umgebung. Der Stiel kann bis zu 7 cm lang werden, ist aber nur 1 – 2 Millimeter dick. Die sehr schmalen Lamellen stehen dicht und sind mehrfach mit kürzeren untermischt. Geruch schwach würzig bis pilzig, Geschmack mild. In Mitteleuropa weit verbreitete, nicht seltene Art.

2 Fotos von Matthias Dondl, rechts: Sporen

Vor allem die kleineren Arten sind makroskopisch nur schwer zu unterscheiden und sollten daher mikroskopisch untersucht werden. Die wichtigsten Mikromerkmale von Hemimycena cucullata sind: Basidien viersporig, keulig, 24 – 34 x 4 – 7 µm; Sporen glatt, spindelig, mit Tropfen, 6 – 13 x 2,5 – 5 µm; Cheilozystiden spindelig, 20 – 35 x 5 – 1 µm; Schnallen vorhanden.

In Deutschland sind ca. 16 Hemimycena-Arten nachgewiesen. Die meisten sind selten oder sehr selten. Etwas häufiger sind neben Hemimycena cucullata noch Hemimycena gracilis (Nadel-Scheinhelmling) und Hemimycena lactea (Milchweißer Scheinhelmling). Eine weitere im Funkorb vertretene Art ist Hemimycena ignobilis (Feinhaariger Scheinhelmling).

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 3, Nr. 216
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3, Seite 253 – 254
  • Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer für unterwegs, Seite 196
  • Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 355, (5.20.104)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2026