Xylaria filiformis
Fädige Holzkeule
Wir haben es mit einem unauffälligen Pilz zu tun, der möglicherweise von aufmerksamen Naturfreunden bemerkt aber nicht als Pilz erkannt wird. Seine Fruchtkörper sind fädige bis zu 10 cm lange Gebilde, die nur wenig mehr als einen Millimeter Durchmesser erreichen. Sie sind schwarz, im oberen Teil eher braun und etwas verdickt, gerade aufragend oder in unterschiedlicher Weise verbogen. Gegabelte Spitzen kommen mitunter vor. Auffällig ist, dass sie im Konidienstadium teilweise oder fast ganz weiß bepudert erscheinen. Ursache sind ungeschlechtliche Sporen (sogenannte Konidiensporen)), die u. a. durch Zerfall oder Abschnürung von Hyphen entstehen und für die asexuelle Vermehrung der Art sorgen. Im Ascusstadium werden die sexuellen Sporen gebildet, die Sporenauslassöffnungen erscheinen als vernarbte Warzen.
Xylaria filiformis kann in- und außerhalb von Wäldern als Folgezersetzer an unterschiedlichen Substraten wie toten Ästchen, abgestorbenen Stängeln von Kräutern oder Farnen und auf modernden Blättern vorkommen. Die Angabe, dass die Fädige Holzkeule bevorzugt in montanen Lagen heimisch ist, wird von Verbreitungskarten widerlegt, in denen mindesten ebenso viele Funde im Flachland ausgewiesen sind wie in gebirgigen Räumen.
Eine in der Form vergleichbare aber wesentlich kürzere (5 cm) verwandte Art ist die Bucheckernschalen-Holzkeule Xylaria carpophila, die durch ihr besonderes Substrat unverwechselbar ist.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 1, Nr. 348
- Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 903 (19.12.05)
- https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4dige_Holzkeule