Suillus lakei

Douglasien-Röhrling

(Murrill) A.H. Sm. & Thiers 1964
Familie: Suillaceae
© Dieter Gewalt
Synonym: Suillus amabilis
lakei = nach dem Mykologen E.R. Lake benannt
29.10.2014: Arezzo-Bibbiena, Foresta di Camaldoli, ca 950 mNN (Foto: Matthias Dondl)

Diese wenig bekannte Schmierröhrlingsart ist mit ihrem Mykorrhizapartner, der Douglasie (Pseudotsuga menziesii), aus Nordamerika nach Europa gekommen. Es handelt sich also um eine sogenannte invasive Art. Sie wird bereits in Meinhard Mosers Pilzbestimmungsbuch aus dem Jahr 1983 als Synonym zu Suillus amabilis geschlüsselt. Lt. DGfM-Verbreitungskarte gibt es inzwischen 37 Nachweise im Nordosten Deutschlands, die meisten in und um Berlin. Pilzfreunde in ganz Europa sind daher aufgerufen, auf diese interessante Art zu achten und Funde zu melden. Suillus lakei zu identifizieren, dürfte kein Problem sein. Sie ist durch markante Merkmale gut von ähnlichen Arten zu unterscheiden. Um Mosers Schlüssel zu folgen: 1. Hut trocken, filzig, schuppig > 2. Sektion Solidipes. Hier: bei Douglastannen = Suillus amabilis (= Suillus lakei).

Wells Gray Provincial Park, Britisch Columbia, Kanada (Foto: Jason Holliger, Wikipedia CC BY-SA 3.0)

Die rotbräunlichen, deutlich geschuppten trockenen Hüte erreichen Durchmesser von bis zu 12 cm. Bei feuchtem Wetter können sie sich schmierig anfühlen, da das Fleisch unter der Huthaut leicht gelatinös ist. Der Hutrand ist lange eingerollt, später glatt. Die Hutunterseiten sind bei ganz jungen Fruchtkörpern von einem weißen Velumschleier bedeckt, der später aufreißt und den Blick auf die Röhrenschicht freigibt. Reste dieses Velums können am Hutrand hängen bleiben und verschwinden im Alter meist völlig. Die Röhrenschicht ist jung hell gelb, später olivbräunlich und auf Druck rostfleckig. Die Poren sind rundlich bis wabenartig eckig. Die hellen, rotbräunlich überfaserten Stiele werden bis zu 10 cm lang und 1 bis 3 cm dick, der durch Velumreste gebildete Stielring ist sehr vergänglich. Das Fleisch ist jung hell gelblich, leicht bräunend. Geruch und Geschmack unauffällig, mild. Das Sporenpulver ist gelboliv, die glatten Sporen messen 7 - 12 x 3 - 4,5 µm.

Verwechselt werden könnte Suillus lakei mit dem ebenfalls aus der nordamerikanischen Westküste eingewanderten Blauenden Schmierröhrling Suillus caerulescens. Auch er ist mit der Douglasie zu uns gekommen, bisher aber nur auf dem Städtischen Friedhof von Chemnitz nachgewiesen. Er unterscheidet sich durch die ungeschuppte Huthaut und das leichte Blauen des Stielfleisches.

Der Douglasien-Röhrling ist essbar, sollte aber aufgrund seiner Seltenheit geschont werden. Zu berüchsichtigen wären allenfalls seltene individuelle Unverträglickeiten, die für die meisten Schmierröhrlinge vor allem bei zu üppigem Verzehr gelten.


Kleine Hilfe zum Erkennen von Douglasien:

Es handelt sich um sehr groß werdende Nadelbäume. Ältere Exemplare haben eine grobe, rissige Borke. Die Zapfen haben herausstehende dreizipfelige Deckschuppen. Die Nadeln sind eher weich, stechen nicht und riechen beim Zerreiben aromatisch nach Orange oder Zitrone.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 18. August 2026