Peziza badia
Kastanienbrauner Becherling
Ein relativ häufiger Becherling, der auf sandiger, nackter oder bewachsener Erde in Wäldern, an Wegrändern, aber auch in moorigen und parkähnlichen Biotopen vom Frühjahr bis zum Herbst vorkommt. Gern bei Kiefern. Ich habe ihn mehrfach in einer Dietzenbacher Parkanlage gefunden, zuletzt am 22. April 2026.
Die becher- oder schüsselförmigen, ungestielten Fruchtkörper sind kastanien- bis dunkelbraun, oft sogar schwärzlich gefärbt. Die Innenseite ist nahezu glatt, die Außenseite etwas kleiig. Die Becher erreichen 3 bis 8 cm Durchmesser. Ihr zerbrechliches Fleisch ist etwa 2 Millimeter dick und kann beim Zerbrechen oder Anschneiden eine wasserklare Flüssigkeit abgeben.
Mikromerkmale:
Asci 8-sporig 300 – 330 x 10 – 15 µm. Sporen elliptisch, hyalin, netzig ornamentiert, meist mit zwei, seltener mit drei nicht immer leicht erkennbaren Tropfen 15 – 20 x 8 – 12 µm.
Paraphysen fadenförmig, septiert.
Der Kastanienbraune Becherling gilt als essbar, ist aber roh eindeutig giftig und kann deshalb kaum zum Verzehr empfohlen werden. Er könnte vor allem mit dem Gelbfleischigen Becherling Peziza michelii, dem Braunvioletten Becherling Peziza tenacella, dem Schwarzbraunen Becherling Peziza phyllogena oder dem Schlamm-Becherling Peziza limnaea verwechselt werden. Im Zweifelsfall sind mikroskopische Merkmale zu beachten.
Weiterführende Literatur:
- Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 1, Nr. 37
- Ewald Gerhardt: Der große BLV-Piltführer für unterwegs, Seite 642
- Andreas Gminder: Handbuch für Pilzsammler, Seite 351
- Svengunnar Ryman/ Ingmar Holmåsen: Pilze, Seite 624
- Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 838 (16.7.42)
- Roger Phillips: Mushrooms and other fungi of Great Britain & Europe, Seite 270 / 271