Mycena polyadelpha

Winziger Eichenblatthelmling

(Lasch) Kühner 1938
Familie: Tricholomataceae
© Dieter Gewalt
polyadelpha = vielbrüderig
Foto: Enrique Rubio

Es gibt einige winzige weiße Helmlinge, die auf modernden Blattresten wachsen. Zum Beispiel den Buchenblatthelmling Mycena capillaris. Unsere hier gezeigte Art erscheint auf feucht liegenden, ebenfalls verrottenden Eichenblättern und ist sogar noch kleiner. Beide sind vermutlich sehr häufig aber so versteckt vorkommend, dass sie meist nur zufällig oder bei gezielter Suche zu finden sind. Die feucht liegenden Blätter oder Blattreste liegen in der Regel unter einer Schicht trockenen oder frischen Laubs und sind nicht leicht zu identifizieren. Unser Fund in einer Dietzenbacher Parkanlage war zweifelsfrei der Eiche zuzuordnen, da keine andere Baumart in der Nähe war.

Die halbkugeligen bis flach konvexen, häutig dünnen Hütchen von Mycena polyadelpha erreichen gerade mal 0,5 bis 3 Millimeter Durchmesser. Sie sind auffallend deutlich gerieft. Die Riefen bilden exakt die wenigen Lamellen an der Hutunterseite ab. Sie sind relativ dick, stehen sehr entfernt und manche erreichen nicht den Hutrand. In starkem Kontrast zu den winzigen Hütchen sind die fädigen, ebenfalls weißen Stiele bis zu 5 cm lang, was es dem Pilz ermöglicht, den Hut über die Laubschicht zu heben und es den Sporen so ermöglicht von feinstem Lufthauch erfasst und verbreitet zu werden. Näher zur Substratoberfläche wachsende Fruchtkörper haben deutlich kürzere Sporen. Die Erscheinungzeit ist Herbst bis in den Winter.

Mikroskopisch gut erkennbare Unterschiede zwischen den hier erwähnten Arten sind lt. Breitenbach & Kränzlin:
Mycena capillaris: Basidien 4-sporig mit Basalschnalle, 17 - 22 x 6 - 8 µm; Zellen der Hutdeckschicht warzig punktiert.
Mycena polyadelpha: Basidien 2- und 4-sporig, 10 - 15 x 5 - 8 µm; Zellen der Hutdeckschicht deutlich warzig.

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz, Band 3, Nr. 354
  • Manfred Enderle: Die Pilzflora des Ulmer Raums, Seite 263 - 264
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 3, Seite 455 – 456
  • Rudolf Winkler / Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 353 (5.20.84)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 31. Oktober 2026