Glyphium elatum

Keilförmiger Kernpilz

(Grev.) H. Zogg 1962
Familie: Hysteriaceae
© Marion Bertram & Dieter Gewalt
elatum = erhaben, stolz
2 Fotos von Marion Bertram

Ob dieser winzige Ascomyzet wirklich so selten ist wie Literaturangaben vermuten lassen, wage ich zu bezweifeln. Die DGfM-Verbreitungskarte zeigt für Deutschland überwiegend leere Flächen, aber auch regionale Häufungen von Fundmeldungen, die nur einen Schluss zulassen: dort, wo eifrige Pilzfreunde gezielt und mit der Lupe nach solchen winzigen Pilzchen suchen, werden sie auch fündig. Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Suche ist der Besitz relevanter Literatur, über die nur die wenigsten verfügen. In Dänemark, wo er „Kohle-Axt“ genannt wird, scheint er übrigens flächendeckend vorhanden zu sein, da wimmelt es nur so von Fundmarkierungen! Überzeugen Sie sich selbst auf Danmarks Svampeatlas.

Kohle-Axt ist auch eine treffende Beschreibung seiner Form. Dabei ist allerdings nur der Keil gemeint, denn der leicht gebogene, glänzend schwarze Fruchtkörper sitzt stiellos auf seinem Substrat. Er wird lediglich 0,5 – 3 mm hoch und maximal 0,5 mm breit. Der Scheitel hat eine schmale Längsspalte, aus der die Sporen entlassen werden. Die Seiten sind +/- deutlich quergerillt. Das Sporenpulver ist bräunlich.

Mikromerkmale:
Die achtsporigen Asci sind 400 – 500 µm lang und 7 – 8 µm dick. Die fast ebenso langen fädigen mehrfach septierten Sporen sind glatt, messen 240 – 400 x 1,5 – 3 µm und haben zahlreiche kleine Tropfen. Sie liegen parallel oder miteinander verdreht im Ascus. Auch die Paraphysen sind lang und fädig.

Der Keilförmige Kernpilz ist ganzjährig zu finden, wobei die Dänen eine Haupterscheinungszeit von Januar bis Mai ermittelt haben. Substrate sind Äste von verschiedenen Laubbäumen, vor allem von Weiden und Apfelbäumen.

Weiterführende Literatur:

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Marion Bertram & Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 3. Juli 2026