Galerina sideroides

Glimmerstieliger Häubling

(Bull.) Kühner 1935
Familie: Hymenogastraceae
© Joshua Ferenczy
sideroides = eisenähnlich
2 Fotos: Matthias Dondl

Galerina sideroides gehört zu den holzsaprotroph (ernährt sich von Totholz) lebenden Häublingen. Man findet die Art stets (oder vor allem?) auf Nadelholz; ich konnte sie oft bei Fichte und Douglasie finden. Wahrscheinlich kommt die Art auch auf anderen Nadelhölzern vor. Der Glimmerstielige Häubling ist in meiner Region (Pfälzerwald) nicht übermäßig häufig, aber durchaus verbreitet. Hier erscheint er besonders zahlreich im Spätherbst, in manchen Jahren konnte ich ihn noch im Dezember sehr häufig finden. Da wird man auch von anderen Lamellenpilzen nicht mehr so abgelenkt.

Der Glimmerstielige Häubling ist eine bereits makroskopisch gut kenntliche Art. Sie ist ziemlich groß für einen Häubling, der Hut kann schon mal 4 cm breit werden, kleinere Exemplare kommen aber auch vor. Zudem ist der Hut fettig glänzend und etwas klebrig. Die Grundfarbe liegt im gelbbräunlichen oder rotbräunlichen Bereich. Der Stiel ist für einen Häubling recht dick und oft an der Basis und im unteren Stielbereich dunkler. Zudem ist er fast immer leicht silbrig überfasert, manchmal fällt diese Überfaserung auch sehr deutlich aus. Gelegentlich hat die Art eine eher schwache Ringzone, jedoch keinen auffälligen Ring. Ich denke ein guter Weg die Art zu finden und genauer kennen zu lernen, wäre sich das Aussehen so zu merken:

erinnert an den Gifthäubling, hat aber keinen Ring.”

Bei Unsicherheit kann man die Art anschließend auch mikroskopisch gut bestätigen.

Mikroskopisch ist der Glimmerstielige Häubling wirklich gut gekennzeichnet. Es gibt nicht viele Häublinge mit Sporen unter 8 µm; Galerina sideroides ist einer davon. Die Sporen sind glatt (nicht oder kaum ornamentiert, Sporenrand unter dem Mikroskop gerade) und die Cheilozystiden sind kopfig (bzw. tibiiform), wenn auch sehr kleinkopfig. Auch dieses Merkmal schließt bereits viele andere Arten aus.

Cheilozystiden (links oben und unten) und Sporen (rechts oben)

Durch die Kombination aus glatten, kleinen Sporen und „kleinkopfigen“ Cheilozystiden kann die Art prinzipiell auf einen Blick mikroskopisch bestätigt werden. Aber Vorsicht, es gibt auch noch eine Galerina camerina, die nach Literatur sehr ähnliche mikroskopische Merkmale haben soll. Unterschiede liegen wohl vor allem in der geringeren Größe und dem matteren, nicht klebrigen Hut von Galerina camerina. Zudem sollen die Sporen etwas kleiner sein (bis zu 7 µm). Eine weitere Verwechslungsmöglichkeit besteht mit Galerina triscopa, die makroskopisch schon etwas Ähnlichkeit mit einem kleinen Glimmerstieligen Häubling haben kann. Zudem hat die Art Cheilozystiden, die auch mal schwach kopfig sein können und ähnlich kleine Sporen (bis zu 9 µm). Die Cheilozystiden sind allerdings anders geformt (nicht „kleinkopfig“) und die Sporen haben ein deutliches Ornament (auf den Rand der Spore achten!). Galerina ampullaceocystis hat ähnliche Cheilozystiden, aber deutlich größere Sporen. Zuletzt bleibt die sehr variable Galerina marginata (agg.) übrig, die aber zumeist einen deutlichen Ring oder zumindest eine auffällige Ringszone aufweist.

Weiterführende Literatur:

  • de Haan, A., Walleyn, R. (2002). Studies in Galerina, Galerina Flandriae 1 - 3
  • Knudsen, H., Vesterholt, J. (2018). Funga Nordica
  • Lassoe, T., Petersen, J. H. (2019) Fungi of temperate Europe 1
  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 5, Nr. 424
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 5, Seite 328 - 330
  • Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 541 (11.7.10)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Joshua Ferenczy.
Zuletzt aktualisiert am 9. Dezember 2025