Flammulina elastica

Schmalsporiger Samtfußrübling

(Sacc.) Redhead & R.H. Petersen 1999
Familie: Physalacriaceae
© Bernd Miggel
elastica = biegsam
07.01.2023, Fundort: Naturdenkmal Kuhbrunnenwiesen bei Karlsbad, Baden-Württemberg; Substrat: vitaler, aber teilweise vermorschter Weidenast am Boden

Es ist immer wieder ein erfrischender Anblick, im Winter einem Vorkommen von Gruppe Samtrüblingen zu begegnen. Der hier vorgestellte Schmalsporige Samtfußrübling ist weit verbreitet und häufig und stellt einen vorzüglichen Speisepilz für die kalte Jahreszeit dar. Er gleicht dem „normalen“ Samtfußrübling Flammulina velutipes makroskopisch wie ein Ei dem anderen. Der messbare Unterschied liegt lediglich in der Sporenform (siehe unten).

Er lebt als Schwächeparasit, anschließend als Saprobiont, auf Laubholz. Er ist also lignicol und ruft im Holz eine Weißfäule hervor. Dabei scheint er das Holz von Weidearten (Salix sp.) zu bevorzugen. Er fruktifiziert vorzugsweise im Winter; dann kann man ihn bei feuchter, nicht zu kalter Witterung oft massenhaft bei Weiden finden. Er wächst büschelig bis gesellig, gelegentlich kommen auch einzeln wachsende Exemplare vor.

Der Hut ist schon früh ausgebreitet, honiggelb, honigorange, gelbbraun oder rotbraun, im Zentrum dunkler, mit glattem, bei feuchtem Wetter kurz gerieftem Rand, elastisch, glänzend und klebrig, bei feuchter Witterung stark schleimig, meist bis 5 cm, doch manchmal auch bis 8 oder 9 cm im Durchmesser. Die Lamellen sind creme bis ockergelb, stark mit Lamelletten untermischt und sehr elastisch. Der Stiel ist samtig bereift, ebenfalls elastisch, zylindrisch, zuerst creme bis hellocker, bald von unten her in Richtung dunkelbraun bis schwarzbraun nachdunkelnd. Die Basis ist meist verjüngt und zum Substrat hin abgebogen. Das Fleisch ist im Hut und oberen Stielbereich weißlich bis creme, im unteren Stielbereich dunkler. Der Geruch ist angenehm, schwach, der Geschmack mild.

Sporen: lang zylindrisch bis lang ellipsoid, glatt, dünnwandig und hyalin, 8 - 10 x 3 - 4 µm
Verwechslungsmöglichkeiten:

Flammulina velutipes unterscheidet sich lediglich durch kompaktere, d.h. weniger schlanke Sporen.
Flammulina fennae, der Blasshütige Samtfußrübling, erscheint bereits ab Juni, besitzt einen cremeweißen bis ockerlichen Hut und kürzere, gedrungenere Sporen.
Flammulina ononides, der Hauhechel-Samtfußrübling, besitzt kleinere Fruchtkörper, größere Sporen und wächst auf abgestorbenen Resten von Hauhechel (Ononis spinosa).

Weiterführende Literatur:

  • BAS, C. et al. (1995): Flora Agaricina Neerlandica Vol. 3: 172-173
  • GRÖGER, F. (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa, Teil 1: 248-249
  • KIBBY, G. (2017): Mushrooms and Toadstools of Britain & Europe Vol. 1: 94-95
  • LUDWIG, E. (2001): Pilzkompendium Bd. 1: 137-138
  • PETERSEN, R.H. (1999): New species, varieties and combinations in the genus Flammulina. I: 293-294
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Bernd Miggel.
Zuletzt aktualisiert am 11. Januar 2023