Entoloma clypeatum

Schildrötling

(L.) P. Kumm. 1871
Familie: Entolomaceae
© Dieter Gewalt
clypeatum = schildtragend

Der Schildrötling gehört zu den größeren Arten der Gattung, die an ihrem rosa Sporenpulver und ihren eckigen Sporen zu erkennen ist. Die meisten der ca. 250 mitteleuropäischen Arten (weltweit etwa 600) sind nur mit dem Mikroskop sicher zu bestimmen und selbst das ist oft mit Schwierigkeiten verbunden.

Schildrötlinge sind vor allem mit Schlehenrötlingen zu verwechseln, die ebenfalls früh im Jahr erscheinen, ähnliche Standortansprüche haben und essbar sind, aber auch mit giftigen Arten wie dem Riesenrötling oder dem Niedergedrückten Rötling. Das Sammeln sollte daher nur erfahrenen Pilzfreunden vorbehalten sein.

Die Schildrötlinge an der Dietzenbacher Vélitzystraße wuchsen in unmittelbarer Nähe von Heckenrosen. Rosaceae sind in der Tat ihre wichtigsten Begleitpflanzen. Zu diesen gehören z. B. auch Obstarten wie Pflaumen, Brombeeren, Äpfel, Birnen und Kirschen. Erkennbar auf den Fotos ist auch die blasse Rosafärbung der Lamellen. Sie entsteht durch das Ausfallen des rosafarbenen Sporenpulvers.

Die von Frank Kaster fotografierten Sporen (Mikrofoto) waren 8- 11 x 6,5 -9 µm groß. Die in der Literatur angegebenen Werte weichen erheblich voneinander ab, nicht zuletzt aufgrund ihrer mehreckigen Form, die exaktes Messen ohnehin erschwert. Sporenmaße sind daher für eine Unterscheidung von ähnlichen Arten wenig hilfreich. (Die Spore unten rechts sieht übrigens aus wie ein Smiley)

Sporen Entoloma clypeatum (Foto: Frank Kaster)

Ähnlich ist der ebenfalls bei Rosaceae wachsende seltenere Schlehenrötling Entoloma sepium, der sich vor allem makroskopisch durch hellere Hutfarben unterscheidet. Der April-Rötling Entoloma aprile ist schmächtiger und deutlicher spitzgebuckelt. Er wächst bei Ulmen und Hainbuchen, sein Fleisch färbt sich mit Guajak dunkelblau.

Im Gegensatz zu dem ebenfalls im Frühjahr erscheinenden, meist deutlich schmächtigeren und geruchsneutralen Frühlingsrötling Entoloma vernum riecht der Schildrötling nach Mehl oder Gurken. Im Zweifelsfall ist der Geruch durch Zerquetschen eines Hutes deutlich zu machen, was übrigens auch für den Schlehenrötling gilt.

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 2. August 2020