Clitopilus scyphoides

Kreidiges Mehlpilzchen

(Fr.) Singer 1946
Familie: Entolomataceae
© Dieter Gewalt
scyphoides = pokalähnlich
2 Fotos von Matthias Dondl

Die Räslinge (Clitopilus) sind eine kleine Gattung mit 6 in Deutschland nachgewiesenen Arten. Die bekannteste und einzige häufige ist der essbare Mehlräsling Clitopilus prunulus. Wichtige Gattungsmerkmale sind die herablaufenden, jung weißen, bei Sporenreife rosa oder rostbraunen Lamellen, der meist mehlige Geruch und Geschmack sowie das rosafarbene Sporenpulver (Verwandtschaft mit Rötlingen!).

Clitopilus scyphoides ist eine sehr kleine Art mit Hutdurchmessern von 1 – 2,5 cm, selten bis zu 4 cm. Die Hüte sind mehlig kreideweiß, auch im Alter nur wenig genabelt oder trichterig, am Rand jung etwas eingerollt, später leicht flatterig. Die deutlich am Stiel herablaufenden Lamellen sind jung weiß und werden durch ausfallendes Sporenpulver rosa. Die ebenfalls weißen Stiele sind bis zu 2,5 cm lang und bis zu 0,4 cm dick.

Mikromerkmale:
Basisien 2- oder 4-sporig, meist keulig, 18 – 23 x 7 – 8 µm. Sporen elliptisch, glatt, 6 – 9 x 3 – 5 µm, lt. Matthias Dondl sind „mit viel Fantasie Längsstreifen zu erkennen“. Hyphen ohne Schnallen.

Es handelt sich um eine seltene Art ohne Speisewert, die von April bis November auf nackter Erde oder zwischen Gras und Moos in lichten Wäldern, auf Wiesen sowie in Gärten und Parkanlagen gefunden werden kann. Mein bisher einziger Fund stammt aus meinem pilzreichen Dietzenbacher Carré (Parkanlage) an der Rodgaustraße.


Funddaten von Matthias Dondl:

13.06.2009; Fundort: MTB 7734-4-2-2, 480 m, Karlsfeld, Schwarzhölzl, auf einer kleinen Waldwiese, auf Erde zwischen Gräsern; gesellig (ca. 8 Fk); vergesellschaftet mit Hygrocybe persistens; Hut: bis 9 mm breit, schon jung flach ausgebreitet und nabelingsartig vertieft, alt Rand auch aufgebogen und etwas flatterig, trocken, matt, nicht gerieft, nicht hygrophan, mehlweiß, Oberfläche glatt, irgendwie bereift wirkend; Stiel: bis 4 x 1 mm, kurz, zylindrisch, basal gleichdick, bisw. verbogen, oft exzentrisch inseriert, weißlich bis cremefarben, weißlich bereift (Lupe!); Lamellen: mäßig gedrängt, untermischt, ca. 10 erreichen den Stiel, deutlich herablaufend, cremeweiß, alt satt cremefarben, Schneiden gleichfarbig; Fleisch: weiß, dünn; Geruch: unauffällig; Geschmack: mild, dann schwach bitterlich; Cheilozystiden: fehlend; Pleurozystiden: fehlend; Stieloberfläche: -; HDS: Trichoderm aus 2,5-5 µm breiten, zylindrischen Zellen, Endzellen zahlreich und mit abgerundeten Enden; Schn-; Basidien: vorwiegend 4-sporig, bisw. mit 2-sporigen untermischt, ohne Basalschnallen, ca. 19-23 x 7-7,5; Sporen: ellipsoid bis subamygdaliform, inamyloid, indextrinoid, glatt, hyalin, grünlich-körnelig gefüllt, ohne erkennbare Längsrippen (auch in der Aufsicht), oft (nicht immer!) dickwandig (an der Sporenwand mit zweiter Linie, könnte man mit viel Phantasie auch als Rippen interpretieren, 7,4 x 4 (6-9 x 3,5-4,5), Q=1,84 (1,56-2,25), 20 Sp. gemessen.

Weiterführende Literatur:

  • Breitenbach & Kränzlin: Pilze der Schweiz Band 4, Nr. 4 + 5
  • German J. Krieglsteiner (Hrsg): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 4, Seite 141 - 142
  • Rudolf Winkler, Gaby Keller: Pilze Mitteleuropas, Seite 373 (1.15.5)
Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, von Dieter Gewalt.
Zuletzt aktualisiert am 5. Dezember 2025