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Fundliste 31.10.2009 MTB 5918.1.4 und 5918.1.3

vhs-Exkursion zum Kesselbruchweiher

Die Überschrift sagt schon Wesentliches über unser Exkursionsgebiet aus: der Weg war das Ziel. Vom Parkplatz an der Babenhäuser Landstraße (B 3) verläuft die Kesselbruchschneise von einem Reitweg begleitet in südwestlicher Richtung durch einen baumartenreichen Wald zum Kesselbruchweiher. Das links vom Weg gelegene Areal ist wegen möglicher Gefährdung durch Schadstoffe vom Monte Scherbelino (entweichende Dämpfe und Flüssigkeiten) übertrieben weiträumig eingezäunt. Allzu viel dürfte uns durch die Absperrung jedoch nicht entgangen sein. Der rechts vom Weg gelegene Wald erwies sich als außerordentlich pilzreich, sogar zwei Steinpilze konnten gefunden werden, die zusammen mit Fliegenpilzen unter Fichten standen. Hier zeigten sich schon in Parkplatznähe Hunderte von Rostigen Helmlingen (Mycena zephirus), denen wir während unserer Wanderung immer wieder in vielhütigen oft fast bodenbedeckenden Trupps begegneten. Besonders vielseitig war der Artenreichtum am Wegrand. Hier wuchsen u. a. nicht näher bestimmte Weichritterlinge (Melanoleuca), mehrere Risspilzarten (Inocybe) und an mehreren Stellen Graubräunliche Rötelritterlinge (Lepista luscina). Gesammelt wurden vor allem Lacktrichterlinge, Wässrige Mürblinge, Hallimasche und Riesenschirmlinge, von letzteren viele ausgebreitete Hüte, astrein sauber und mit appetitlich weißen Lamellen, also bstens geeignet, um später als Schnitzel in diversen Pfannen zu braten.

Auch rund um den Kesselbruchweiher fanden wir eine Menge Pilze. Der idyllische See ist zu jeder Jahreszeit ein empfehlenswertes Ziel für Familienausflüge. Er liegt außerhalb des MTB-Subquadranten 5918.1.4, so dass im Interesse einer exakten Pilzkartierung die Fundliste diesmal zweiteilig ausfallen musste.

Zu den während unserer Exkursion festgestellten Baumarten gehörten Waldkiefer, Weymothskiefer, Fichte, Lärche, Buche, Eiche, Birke, Hainbuche, Ahorn, Esche, Erle, Pappel, Weide u. a.

 

Links: Diesen Pilz findet man nicht alle Tage. Der Graubräunliche Rötelritterling Lepista luscina ist essbar, dürfte aber, wie ein Küchentest ergeben hat, wegen seines süßlichen, irgendwie aufdringlich unangehmen Geschmacks nicht Jedermann zusagen.  -  Rechts: Wesentlich besser beurteilt wird der Speisewert des Kaffeebraunen Gabeltrichterlings Pseudoclitocybe cyathiformis. Er erscheint meist erst spät im Jahr.

 

Links:  Der Gifthäubling Galerina marginata wurde bei unserer Wanderung gleich mehrfach gefunden, sowohl an Nadel- als auch an Laubholz (Fichte, Buche). Er ist nur schwer vom Stockschwämmchen zu unterscheiden  -  Rechts: Schön kastanienbraun und fettig glänzend zeigte sich der Butter-Rübling 

  

Lebenslauf eines Specht-Tintlings (Coprinus picaceus): Bild links zeigt ihn in voller Entfaltung  -  Bild Mitte: der Stiel des linken Pilzes ist vom ausfallenden Sporenstaub geschwärzt, der Hut zeigt erste Auflösungserscheinungen, er zerfließt zu schwarzer Tinte  -  Bild rechts zeigt eine traurige Gestalt. Der Auflösungsprozess (Autolyse) ist schon weit fortgeschritten. Bald wird nur noch der schlanke Stiel zurückbleiben. Mit der schwarzen Tinte hat man früher tatsächlich geschrieben. Wir fanden diese im Frankfurter Stadtwald oft zu Tausenden wachsende Art mehrfach am Wegrand. (Mehr über diesen Pilz in der Rubrik Fundkorb, in der bemerkenswerte Funde in Wort und Bild vorgestellt werden)

 

( D i e s e   S e i t e   i s t   n o c h   i n   A r b e i t )

Die Fundlisten sind weitgehend komplett. Es könnte noch der eine oder andere Nachtrag hinzukommen, vor allem aber noch Kommentierungen.

 

     F u n d l i s t e  1  (am Weg zum Kesselbruchweiher = MTB 5918.1.4):

  1. Agaricus silvaticus - Wald-Champignon, Kleiner Blut-Egerling (nur ein Exemplar gefunden)
  2. Agaricus silvicola - Dünnfleischiger Anis-Champignon (ebenfalls nur ein Exemplar)
  3. Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz (nicht der Gelbe, der Grüne ist tödlich giftig; mehr >>>)
  4. Amanita muscaria - Fliegenpilz (bei Birken und Fichten)
  5. Amanita rubescens - Perlpilz
  6. Armillaria mellea - Honiggelber Hallimasch
  7. Armillaria ostoyae - Dunkler Hallimasch
  8. Auriscalpium vulgare - Ohrlöffelstacheling
  9. Baeospora myosura - Mäuseschwanz-Rübling (auf Fichtenzapfen)
  10. Biscogniauxia nummularia - Rotbuchen-Rindenkugelpilz
  11. Bispora antennata - Tintenstrichpilz
  12. Boletus edulis - Steinpilz (mehr)
  13. Calocera viscosa - Klebriger Hörnling
  14. Chalciporus piperatus - Pfeffer-Röhrling
  15. Clathrus archeri - Tintenfischpilz (im Hexenei-Stadium gefunden)
  16. Clitocybe clavipes - Keulenfuß-Trichterling
  17. Clitocybe gibba - Ockerbrauner Trichterling
  18. Clitocybe nebularis - Nebelkappe
  19. Clitocybe phyllophila - Laubfreund-Trichterling
  20. Colpoma quercinum - Eichen-Schildbecherling
  21. Coprinus atramentarius - Faltentintling
  22. Coprinus micaceus - Glimmertintling
  23. Coprinus picaceus - Specht-Tintling (siehe oben)
  24. Crepidotus cesatii - Kugelsporiges Stummelfüßchen
  25. Cystoderma aminatinum - Amiant-Körnchenschirmling
  26. Cystolepiota seminuda - Weißer Mehlschirmling
  27. Dacryomyces stillatus - Zerfließende Gallertträne
  28. Daedaleopsis confragosa - Rötende Tramete
  29. Diatrype disciformis - Buchen-Eckenscheibchen
  30. Diatrype stigma - Flächiges Eckenscheibchen
  31. Diatrypella favacea - Birken-Eckenscheinchen
  32. Diatrypella quercina - Eichen-Eckenscheibchen
  33. Fistulina hepatica - Leberreischling (auch Ochsenzunge genannt, an Eiche)
  34. Flammulaster carpophilus - Buchenwald-Flockenschüppling
  35. Fomes fomentarius - Zunderschwamm (an Birke)
  36. Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm (mehr >>>)
  37. Galerina laevis - Rasen-Häubling (im Gras zwischen Kesselbruchschneise und Reitweg)
  38. Galerina marginata - Gift-Häubling (mehrere Funde, sowohl an Fichte als auch an Buche; leider wurden während dieser Exkursion keine Stockschwämmchen gefunden, um durch direkten Verleich die Unterschiede aufzuzeigen; das Foto oben wurde im Steinbacher Wald bei Dietzenbach aufgenommen)
  39. Galerina pumila - Gestiefelter Häubling (in Moos)
  40. Ganoderma applanatum - Flacher Lackporling
  41. Geastrum triplex - Halskrausen-Erdstern (sehr großes, aber schon altes und braun verfärbtes Exemplar; wie dieser hübsche Erdstern normal aussieht, ist in einem Fundkorb-Beitrag zu sehen)
  42. Gymnopilus penetrans - Geflecktblättriger Flämmling (an Nadelholz; mehr >>>)
  43. Gymnopus dryophilus - Waldfreund-Rübling
  44. Gymnopus peronatus - Brennender Rübling
  45. Hebeloma crustuliniforme - Tonblasser Fälbling (vielfach am Wegrand gefunden, riecht nach Rettich, daher auch Kleiner Rettich-Fälbling genannt)
  46. Hebeloma longicaudum - Langstieliger Fälbling
  47. Hebeloma mesophaeum - Dunkelscheibiger Fälbling
  48. Heterobasidion annosum - Wurzelschwamm
  49. Hydnum repandum - Semmelstoppelpilz
  50. Hygrophoropsis aurantiaca - Falscher Pfifferling
  51. Hypholoma capnoides - Rauchblättriger Schwefelkopf
  52. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf
  53. Hypoxylon deustum - Brandkrustenpilz
  54. Hypoxylon cohaerens - Zusammengedrängte Kohlenbeere (mehr >>>)
  55. Hypoxylon fragiforme - Rötliche Kohlenbeere (mehr >>>)
  56. Inocybe flocculosa - Flockiger Risspilz
  57. Inocybe rimosa - Kegeliger Risspilz
  58. Laccaria amethystina - Violetter Lacktrichterling
  59. Laccaria laccata - Rötlicher Lacktrichterling
  60. Laccaria proxima - Rotbrauner Lacktrichterling
  61. Lachnellula occidentalis - Lärchen-Haarbecherchen
  62. Lactarius quietus - Eichenmilchling
  63. Lactarius subdulcis - Süßlicher Milchling (bei Buchen)
  64. Lactarius turpis - Olivbrauner Milchling
  65. Leccinum scabrum - Birkenraufuß
  66. Lepiota castanea - Kastanienbrauner Schirmling
  67. Lepiota cristata - Stink-Schirmling
  68. Lepista flaccida - Fuchsiger Röteltrichterling
  69. Lepista luscina - Graubräunlicher Rötelritterling (Foto und Geschmacksbewertung siehe oben)
  70. Lycogala epidendrum - Blutmilchpilz (gehört zu den Schleimpilzen = Myxomyceten; mehr >>>)
  71. Lycoperdon perlatum - Flaschen-Stäubling
  72. Lycoperdon pyriforme - Birnen-Stäubling (sehr schöne Kollektion an morschem Holz; mehr >>>)
  73. Lyophyllum connatum - Weißer Rasling (enthält wie die Nebelkappe einen genschädigenden Stoff)
  74. Lyophyllum decastes - Büschelrasling (nur wenige, dazu noch so mit Erde verschmutzt, dass an den Verzehr des ansonsten hervorragenden Speisepilzes nicht zu denken war)
  75. Macrolepiota procera - Großer Riesenschirmling (da dürften eine Menge großer Hüte als Schnitzel in der Pfanne gelandet sein, kleinere oder solche im "Paukenschlegel-Stadium" als Mischpilze)
  76. Macrolepiota rhacodes - Safran-Riesenschirmling
  77. Macrotyphula filiformis - Binsenkeule (in der Tat: die wie Zahnstocher auf vermodernden Laubblättern wachsenden schlanken Keulchen sind Pilze! Mehr >>>)
  78. Meripilus giganteus - Riesenporling (mehr >>>)
  79. Mycena capillaris - Blatt-Helmling (auf Buchenblättern)
  80. Mycena cinerella - Aschgrauer Helmling (unter Nadelbäumen)
  81. Mycena epipterygia - Dehnbarer Helmling
  82. Mycena galericulata - Rosablättriger Helmling
  83. Mycena leptocephala - Grauer Nitrathelmling
  84. Mycena pelianthina - Schwarzschneidiger Rettich-Helmling
  85. Mycena rosea - Rosa Rettich-Helmling
  86. Mycena zephirus - Rostiger Helmling
  87. Oligoporus stypticus - Bitterer Saftporling
  88. Panellus mitis - Milder Zwergknäueling
  89. Panellus stypticus - Herber Zwergknäueling
  90. Paxillus involutus - Kahler Krempling
  91. Phaeolus spadiceus - Kiefern-Braunporling
  92. Pholiota aurivella - Goldfellschüppling (mehr >>>)
  93. Pholiota lenta - Tonblasser Schüppling
  94. Piptoporus betulinus - Birkenporling (mehr >>>)
  95. Pleurotus ostreatus - Austernseitling (an Papel; mehr >>>)
  96. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz
  97. Psathyrella piluliformis - Wässriger Mürbling (Fotos in der Fundliste vom 25.10.2009)
  98. Pseudohydnum gelatinosum - Zitterzahn, Eispilz (an Kiefernholz)
  99. Rhodocollybia butyracea var. asema - Horngrauer Rübling
  100. Rhodocollybia butyracea var. butyracea - Butter-Rübling
  101. Rickenella fibula - Orangeroter Heftelnabeling
  102. Russula amara - Buckeltäubling
  103. Russula ionochlora - Papageitäubling
  104. Russula ochroleuca - Ockertäubling
  105. Russula parazurea - Blaugrüner Reiftäubling
  106. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist
  107. Serpula himantioides - Wilder Hausschwamm
  108. Sparassis crispa - Krause Glucke
  109. Spinellus fusiger - Helmlingsschimmel
  110. Stereum hirsutum - Striegeliger Schichtpilz
  111. Stereum sanguinolentum - Blutender Schichtpilz (an Schnittflächen von lagernden Fichtenstämmen)
  112. Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz (an Buche + Birke)
  113. Stropharia aeruginosa - Grünspanträuschling
  114. Stropharia caerulea - Blauer Träuschling
  115. Stropharia squamosa - Schuppiger Träuschling
  116. Suillus grevillei - Goldröhrling (ausschließlich bei Lärchen zu finden)
  117. Trametes gibbosa - Buckeltramete
  118. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete (mehr >>>)
  119. Tricholoma fulvum - Gelbblättriger Ritterling
  120. Tricholomopsis rutilans - Purpurfilziger Holzritterling
  121. Tylopilus felleus - Gallenröhrling
  122. Typhula erythropus - Rotstieliges Sklerotienkeulchen (an Pappelblattstiel)
  123. Tyromyces chioneus - Kurzröhriger Saftporling
  124. Xerocomus badius - Maronenröhrling
  125. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling
  126. Xylaria carpophila - Buchenfruchtschalen-Holzkeule
  127. Xylaria hypoxylon - Geweihförmige Holzkeule

 

    F u n d l i s t e   2  (rund um den Kesselbruchweiher = MTB 5918.1.3)

  1. Armillaria mellea - Honiggelber Hallimasch
  2. Biscogniauxia nummularia - Rotbuchen-Rindenkugelpilz
  3. Coprinus micaceus - Glimmertintling
  4. Cucurbitaria berberidis - Berberitzenkugelpilz
  5. Deadaleopsis confragosa - Rötende Tramete
  6. Diatrype bullata - Blasiges Eckenscheibchen
  7. Diatrype disciformis - Buchen-Eckenscheibchen
  8. Gymnopus dryophilus - Waldfreund-Rübling
  9. Hebeloma crustuliniforme - Tonblasser Fälbling
  10. Inocybe  cincinnata - Lilaspitziger Risspilz (unter Weide;
  11. Laccaria amethystina - Violetter Lacktrichterling
  12. Laccaria proxima - Rotbrauner Lacktrichterling
  13. Lepista flaccida -Fuchsiger Röteltrichterling
  14. Macrolepiota procera - Großer Riesenschirmling
  15. Lycoperdon perlatum - Flaschenstäubling
  16. Mycena acicula - Orangeroter Helmling
  17. Mycena galericulata - Rosaschneidiger Helmling (auf dem verwitterten Holztisch am Weiher)
  18. Mycena pura - Rettich-Helmling
  19. Mycena rosea - Rosa Rettich-Helmling
  20. Mycena zephirus - Rostiger Helmling
  21. Paxillus involutus - Kahler Krempling
  22. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpliz
  23. Psathyrella multipedata - Büscheliger Faserling (mehr >>>)
  24. Rhodocollybia butyracea var. asema - Horngrauer Rübling
  25. Russula ionochlora - Papageitäubling
  26. Trametes gibbosa - Buckeltramete