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fundkorb.de - die Pilzadresse im Rhein-Main-Gebiet


Unsere nächste Pilzwanderung:

Sonntag, 29. Mai  10:00 Uhr   Zwei-Weiher-Exkursion zum Maunzen- und Buchrainweiher

Weitere Infos (wie Sie sich anmelden, wo wir uns treffen, was uns erwartet, was es kostet, etc.)  >>>

Dieser Termin wird höchstwahrscheinlich ausfallen müssen. Die Wettervorhersagen lassen nichts Gutes erwarten. Beachten Sie bitte unseren definitiven Hinweis, der bis spätestens Sonntag um 8;00 Uhr hier zu lesen sein wird.

Weitere Termine:

Sonntag, 05. Juni  10:00 Uhr  Pilzkundliche Wanderung im Raum Dietzenbach

Weitere Infos >>> Termine


Einblicke in die faszinierende Welt der Pilze - die Fundkorb-Fotoshow

* Neu: Jetzt auch mit tollen Bildern von Günther Breidert *

 


Vorsicht Gammelpilze - Ein Leitfaden

Vor Gammelfleisch ekelt sich jeder. Umso mehr erstaunt es, was häufig als Ausbeute von Pilzsammlern in Körben oder gar Plastiktüten nach Hause getragen wird. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Frankfurt möchten wir Ihnen gerne einen informativen Leitfaden zu diesem wichtigen Thema zum Download und Ausdrucken zur Verfügung stellen - wahlweise als PDF oder als Powerpoint Präsentation.

 


 
Imperator Terminator 

Bei den Dickröhrlingen, also den Steinpilzen und ihrer vielköpfigen Verwandtschaft, ist nichts mehr wie es einmal war. Wenn die Umbenennungsorgie so weitergeht, wird es bei ihnen bald mehr Gattungen als Arten geben. Aber welcher Teufel hat da gleich ein ganzes Team von 12 Mykologen* geritten, einer neu aufgestellten Gattung den Namen "Imperator" zu geben? Haben die Autoren vielleicht gedacht, wenn man riesengroße Dampfschiffe und protzige Automarken auf eine Bezeichnung für römische Feldherren und Kaiser tauft, warum dann nicht auch eine Pilzgattung, deren Typusart ausgerechnet der Ochsenröhrling ist? Etwa weil  sie Kaiser und Feldherren, die etwas mit autoritärer bzw. angewandter Politik zu tun haben, mit Ochsen in Verbindung bringen?

Als mir der Name Imperator  zum ersten Mal in seiner mykologischen Anwendung begegnet ist, habe ich sofort überlegt, welche anderen auf -ator endenden Bezeichnungen sich noch zur Benennung neuer Pilzgattungen eignen könnten. Da ist mir zuerst der Rollator eingefallen, bestens geeignet für den Riesenbovist. Kann man sich nicht sehr gut vorstellen, wie ein entsprechender Wind die reifen Kugeln durch die Landschaft rollen lässt?

Als zweites fiel mir Terminator ein, der "Beender". Wenn es sich jemals als erforderlich herausstellen sollte, die tödlich giftigen Knollenblätterpilzarten von ihrer derzeitigen Verwandtschaft zu trennen - welcher Name wäre da besser geeignet? Schließlich haben sie schon das Leben vieler unachtsamer Pilzsammler beendet. Der häufigste von allen, der Grüne Knollenblätterpilz, hieße dann Terminator phalloides. Perlpilz & Co. wären sicher froh nicht mehr zum Umfeld von Killern gezählt zu werden.   (Dieter Gewalt)

*Assyov, Bellanger, Bertéa, Courtec, Koller, Loizides, G. Marques, J. A. Muñoz, N. Oppicelli, D. Puddu, F. Rich & P.-A. Moreau (2015)


 
Hessens Forstwirtschaft feiert sich selbst für ihre Erfolge in der Renaturierung unserer Wälder und führt als Beweis den Fund eines Ästigen Stachelbartes an. Nicht nur das: die Entdeckung dieses zweifellos nicht gerade häufigen Pilzes in der Rhön wurde gar als Sensationsfund hochstilisiert und über Pressemitteilungen und in ei­nem Beitrag der Hessenschau einer breiten Öffentlichkeit mitgeteilt. Freilich hat der Fund mit erfolgreichen Bemühungen der Forstwirtschaft um eine Wiederher­stel­lung naturnaher Wälder nicht das Geringste zu tun, sondern lediglich mit der Entscheidung, Totholz auch mal liegen zu lassen. Der Ästige Stachelbart (Hericium coralloides) ist dort, wo sein bevor­zug­tes Substrat vorhanden ist  - nämlich tote Buchenstämme -  keineswegs so selten, wie hier glauben gemacht wird. Ich kenne allein in der Rhein-Main-Ebene mindestens ein Dutzend Standorte, u. a. zwei im NSG Mönchbruch, zwei im Apfelbachgebiet, zwei in den Wäldern bei Dietzenbach, je einen im Mörsbacher Grund und nahe der Dianaburg bei Darmstadt-Arheilgen. (Dieter Gewalt)
 


Schleimpilze (Myxomyceten) beeindrucken durch ihre erstaunliche Formenvielfalt. Genau genommen sind sie keine Pilze, sondern amöbenartige einzellige Lebewesen, die sich kriechend fortbewegen und wie Tiere fressen. In ihrem letzten Lebensstadium verwandeln sie sich in sporenbildende Fruchtkörper, um sich wie Pilze fortzupflanzen. Ihre erstaunliche Schönheit erschließt sich dem Betrachter meist erst mit Hilfe einer Lupe. Sie auf Artebene sicher zu bestimmen ist nicht einfach und nur mit reifen Fruchtkörpern möglich. Norbert Kühnberger hat eine Vielzahl von ihnen dokumentiert und fotografiert. Die hier gezeigte Auswahl vermittelt einen faszinierenden Einblick in ihre verborgene und wenig beachtete Welt. 
 

Einblicke in die faszinierende Welt der Pilze - die Fundkorb-Fotoshow

 


 

Der Gifthäubling (Galerina marginata) scheint immer häufiger zu werden und damit auch die Gefahr, ihn mit Stockschwämmchen (Pholiota mutabilis) zu verwechseln. Allein während unserer FundGroup-Wanderung im Gebiet Kalkofen-Dianaburg bei Darmstadt-Arheilgen wurde er an mindestens 7 Stellen gefunden. Foto: D. Gewalt

Zwei Todesfälle durch Gifthäublinge (Galerina sp.)
- Bericht von Hermine Lotz-Winter -

Am Montag, 22.10.2012, erhielt ich am frühen Morgen einen Notruf - das Giftinformationszentrum Mainz bat um Hilfe, denn vier Personen hatten gezielt Stockschwämmchen gesammelt und am Freitag gegessen. Es waren "langjährig erfahrene" Pilzsammler. Bereits am Freitag trat eine Vergiftungssymptomatik mit Erbrechen und Durchfall auf. In der Nacht von Sonntag auf Montag kamen dann alle mit schweren Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus.
Es waren noch Pilze vorhanden, die kurz vor 6 Uhr mit Taxis bei mir ankamen.
Diese Reste, verpackt in zwei Plastiktüten, wogen gemeinsam über 500 g!!!!! Es waren Dutzende von Hüten, knapp abgeschnitten, nur bei einigen der bereits recht matschigen, durchwegs nougatbraunen Hüte war noch ein Stielrest, der allerhöchstens bis zur Ringzone zu sehen war. Die Hüte waren teilweise am Rand gerieft und da sie sehr feucht waren, gab es kein Ausblassen zu sehen. Die flachen und dünnfleischigen Hüte sahen für mich schon in den Säcken nach Galerina aus. Ein mehliger Geruch war nicht festzustellen, eher schon ein Zersetzungsgeruch.
Ich habe aus jedem Sack 10 Hütchen ausgewählt und je ein Lamellenquetschpräparat gemacht. Allerdings habe ich bereits nach dem dritten Präparat auf eine mögliche Amanitin-Vergiftung hinweisen müssen, denn es waren eindeutig Galerina-Sporen wie aus dem Lehrbuch: gelblich-braun, warzig, mit deutlich sichtbarem Plage, leicht ablösendem Perispor, etwa 9 - 10.5 X 5 µm groß und mandelförmig. Ich vermute, dass es sich bei den Pilzen um ausschließlich Galerina aus dem marginata-Formenkreis handelt. Bei Durchsehen der vielen Hütchen in den beiden Säcken habe ich jedenfalls nur gleichartige Pilzhüte sehen können.

Das bittere Ende: Wie Anfang 2013 bekannt wurde, verstarben zwei der Patienten an den Folgen der Amanitin-Vergiftung.


Eine sehr spezielle Synthese stellt dieses Buch dar, das gerade erschienen ist. In ihm verbinden sich Freude am Sammeln mit kulinarischem Genuss, es begleitet den Pilzfreund auf seinen Streifzügen durch die Natur bis hin zum Herd, an dem aus abwechslungsreichen und originellen Rezeptideen leckere Gerichte werden. "Guten Appetit", kann da Fundkorb-Redakteur Dieter Gewalt nur noch sagen, der den mykologischen Teil zu diesem Kochbuch der etwas anderen Art beisteuern durfte. Unter http://issuu.com/tretorri/docs/pilze_issuu können Sie ein wenig im Buch blättern oder in unserer Fundkorb-Küche (>>>) einige Rezepte erproben. Exkursionsteilnehmer können es vor oder nach der Wanderung erwerben. Es kostet 19,90 Euro.


Was Sie beim Pilzesammeln beachten sollten

Tipps und die wichtigsten Regeln können Sie hier nachlesen: >>>


 Lust auf Pilze

 Zum Anschauen und Lesen sind Sie hier richtig. Zum Suchen, Finden und Bestimmen sind Sie herzlich eingeladen, sich unserer FundGroup anzuschließen. Klicken Sie auf Termine, um sich zu informieren, wann und wo Sie Gelegenheit dazu haben. Über bemerkenswerte Funde im Rhein-Main-Gebiet informiert die Rubrik Fundkorb


 Dietzenbach und Pilze

- das hat seit Jahren Tradition und dafür gibt es gute Gründe. Die Kreisstadt liegt mitten im größten zusammen-hängenden Waldgebiet der Region und die Volkshochschule Dietzenbach bietet seit mehr als 15 Jahren regelmäßig Praktische Pilzseminare an. Die finden nicht etwa in einer Schule statt, sondern da, wo Pilze wachsen - im Wald. Bei fünf Exkursionen lernen die Teilnehmer die wichtigsten Speise- und Giftpilze an ihren natürlichen Wuchsorten kennen und erfahren Wissenswertes zum Thema. Auf das nächste Seminar 2016 werden wir an dieser Stelle rechtzeitig hinweisen oder Sie informieren sich ab Beginn Herbstsemester auf der Homepage der Volkshochschule Dietzenbach: www.vhs-dietzenbach.de.

* * *

Pilzfreunden wird von der Stadt Dietzenbach ein unvergleichlicher Service geboten. Mit deutlich sichtbaren Hinweisschildern macht das Verkehrsamt auf besonders interessante Pilzvorkommen aufmerksam. Der weiße Pfeil auf blauem Grund zeigt exakt auf die Stelle, wo 2002 der seltene Büschelige Egerlingsschirmling Leucoagaricus americanus gefunden worden ist, möglicherweise zum ersten Mal in Hessen. Mehr darüber im Fundkorb

 


  Praktische Pilzseminare jetzt auch in den Regionen Bergstraße - Odenwald sowie Spessart - Vogelsberg

Über den jeweiligen Beginn und wie Sie sich anmelden können, informieren wir zu gegebener Zeit an dieser Stelle.


 Über Sinn und Unsinn von Sammelbeschränkungen wird unter Pilzfreunden viel und kontrovers diskutiert. Lesen Sie, was der Freiburger Biologe Helgo Bran dazu meint >>>


 Giftpilze in der Kleinmarkthalle

Dass der Grünling (Tricholoma equestre), einst ein beliebter Speisepilz, bei wiederholtem Genuss die gefährliche Rhabdomyolyse verursachen kann (mehrere Todesfälle u. a. in Frankreich), hat sich inzwischen herumgesprochen. Nicht erst seit seiner Einstufung als Giftpilz darf er nicht mehr als Marktpilz gehandelt werden: als bedrohte Art, die in der Bundesartenschutzverordnung geführt wird, unterliegt er schon länger einem strikten Sammelverbot. Umso verwunderlicher und beängstigender, was Florian Haas kürzlich in der Frankfurter Kleinmarkthalle und im Umgang mit dem Ordnungsamt erlebt hat... (mehr


  Neu  im  Fundkorb:

Nidularia deformis - Foto: Thomas Lehr                                      Marasmius limosus - Foto: Hermine Lotz-Winter

Zwei Pilze, die im Wald bei Waldacker gefunden wurden: der Vollgestopfte Nestling Nidularia deformis gehört zu den absoluten Raritäten und ist wegen seiner geringen Größe (ca. 5 bis 10 mm) nur schwer zu finden. Sie wuchsen auf einem Kiefernästchen. Um den Schilfschwindling (Marasmius limosus) zu entdecken, muss man feucht liegende Schilfblätter absuchen. Diese nur selten gefundene Art ist winzig klein, erreicht nur Hutdurchmesser von 0,5 bis 3 mm.

Pilze im Fundkorb:

Amanita caesarea - Foto: Thomas Lehr                                             Dendrocollybia racemosa - Foto: Thomas Lehr

Bemerkenswerte Pilzfunde gehören in den Fundkorb! Dass der Kaiserling (Amanita caesarea, Foto und Link siehe oben) ein ganz besonderes High Light ist, bedarf keiner Erläuterung. Uns ist im RM-Gebiet nur ein Fundort bekannt, von dem auch die Abbildung stammt. Es wäre interessant zu erfahren, woher und von wem die beiden anderen Fundpunkte im Verbreitungsatlas gemeldet wurden. - Nicht weniger bemerkenswert ist ein Fund des Traubenstieligen Sklerotienrüblings Dendrocollybia racemosa vom Kalkbruch an der Wiesenmühle bei Flörsheim (wahrscheinlich Erstfund für Hessen). Lassen Sie sich nicht täuschen: es handelt sich um sehr kleine Pilzchen, deren Hüte kaum einen Zentimeter Durchmesser erreichen.

Auch zwei seltene Verwandte der Stinkmorchel (Ordnung Phallales) werden im Fundkorb vorgestellt, die an höchst unterschiedlichen, aber nahe beieinander liegenden Fundorten entdeckt worden sind. Der Gitterling Clathrus ruber wuchs im Frankfurter Grüneburgpark, der Eckigstielige Fingerpilz Lysurus mokusin wurde im nahen Palmengarten im Tropenhaus Nebelwald gefunden. Bei letzterem dürfte es sich um einen Erstfund für Deutschland handeln.

                  Clathrus ruber- Foto: Norbert Kühnberger                                               Lysurus mokusin - Foto: Thomas Lehr

  

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