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Fundliste 13.09.2009 MTB 5919.3.4

vhs-Exkursion an der Gänsbrüh bei Dudenhofen

Ein High Light des Seminarstarts war bereits zu bestaunen, bevor wir noch einen Schritt in den Wald getan hatten. Ein Teilnehmer aus Rödermark hat einige von den zahlreichen Riesenkrempentrichterlingen (Aspropaxillus giganteus) mitgebracht, die gerade in seinem Garten wachsen. Der Hut des größten Pilzes hatte gut 30 cm Durchmesser. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal dieses wegen seiner Größe und weißen Farbe sehr auffälligen Pilzes ist der Geruch nach Bittermandel (Blausäure). Laut Literatur ist er essbar, seinen Geschmackswert sollte man vielleicht mal testen. Da die Art ziemlich selten ist, bitte ich den Teilnehmer, der die Pilze mitgebracht hat, sich bei mir zu melden.

 

P u p p e n k e r n k e u l e   g e s u c h t    -    S t e i n p i l z   g e f u n d e n

Die Wanderung fing gut an. Am Ufer des Seerosenteichs, genau da, wo üblicherweise die winzigen Puppenkernkeulen zu finden sind, heute aber fehlten, standen einige wunderschöne knackig-junge Steinpilze. Was den wenigsten bekannt ist: dank der orangefarbenen Keulchen, die auf Schmetterlingspuppen parasitieren, hat das Naherholungsgebiet Gänsbrüh ein wenig Mykologiegeschichte geschrieben. Alles Wissenswerte darüber im Fundkorb und in einem Artikel von Hermine Lotz-Winter: Von der Gänsbrüh zum Pilz des Jahres (2007). Zu den am meisten beachteten Funden gehörten ca. 8 überwiegend sehr junge Krause Glucken.

     F u n d l i s t e :  

  1. Amanita rubescens - Perlpilz* (gehört zur Gattung der Wulstlinge, die bei einer späteren Exkursion Schwerpunkt-Thema sein wird)
  2. Boletus edulis - Gemeiner Steinpilz* (neben dem Sommersteinpilz die häufigste Dickröhrlingsart im RM-Gebiet; mehr über den begehrten Speisepilz im Fotoalbum)
  3. Boletus erythropus - Flockenstieliger Hexenröhrling* (Kennzeichen: meist dunkelbrauner, samtiger Hut, rote, auf Druck blauende Poren, feine rote Flöckchen am Stiel, Fleisch im Anschnitt dunkelblau verfärbend. Ausgezeichneter Speisepilz, der von Kennern dem Steinpilz vorgezogen wird. Im RM-Gebiet recht häufig. Unser Fund hatte einen untypisch hellen, etwas gescheckt-farbigen Hut)
  4. Delicatula integrella - Weißer Adernabeling (winziges Blätterpilzchen mit stark reduzierten, also nur aderig ausgebildeten Lamellen; mehr >>>)
  5. Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm* (an Fichte gefunden, aber auch an Kiefer, Buche und Birke häufig, jung oft mit wasserklaren Tröpfchen, wie auf der Abbildung im Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz zu sehen und beschrieben)
  6. Gymnopus dryophilus - Waldfreundrübling* (sehr häufige, streuzersetzende Art, fehlt in kaum einem Wald; nicht giftig, aber als Speisepilz kaum zu empfehlen)
  7. Lacrymaria lacrymabunda - Tränender Saumpilz* (auf der Grasfläche in Waldrandnähe gefunden)
  8. Melanoleuca verrucipes - Flockenstieliger Weichritterling (seltene Art in einer wenig beachteten Gattung, erstmals in diesem Gebiet gefunden. Mehr im Fundkorb.)
  9. Phaeolus spadiceus - Kiefern-Braunporling* (Schwächeparasit vor allem an Kiefern, im RM-Gebiet sehr häufig)
  10. Piptoporus betulinus - Birkenporling* (nur und häufig an Birken zu finden; mehr: >>>)
  11. Rhodocollybia maculata - Gefleckter Rübling* (diese und einige andere Rüblingsarten wurden erst in jüngster Zeit in eine neu geschaffene Gattung gestellt; früher Collybia; der Pilz, der meist gesellig in Nadelwäldern auftritt, ist wegen seiner Bitterkeit ungenießbar)
  12. Rickenella fibula - Orangefarbener Heftelnabeling* (ausgesprochen hübsches kleines Blätterpilzchen, sehr häufig in Moos, auf bemoostem Totholz, in moosigen Grasflächen; leicht zu übersehen. Die Abbildung im Handbuch für Pilzsammler muss leider als grottenschlecht weil farblich misslungen bezeichnet werden!)
  13. Ricknella swartzii - Blaustieliger Heftelnabeling (gleich geformte, anders gefärbte Art, weniger häufig als R. fibula)
  14. Russula puellaris - Milder Wachstäubling (die artenreiche Gattung der Täublinge wird bei einer späteren Exkursion Schwerpunkt-Thema sein)
  15. Schizopora paradoxa - Veränderlicher Spaltporling* (bildet porige, unregelmäßig zerschlitzte Überzüge auf toten Laubholzästen. Diese Wuchsform wird resupinat genannt)
  16. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist* (sehr häufige zu den Bauchpilzen zählende Art mit unangenehm metallischem Geruch; giftig)
  17. Sparassis crispa - Krause Glucke* (dieser auch Fette Henne genannte, beliebte Speisepilz ist eigentlich unverwechselbar; im RM-Gebiet dürfte er in kaum einem Kiefernbestand fehlen, auch an eingestreuten Kiefern in Mischwäldern zu finden. Wegen des oft erheblichen Putzaufwands gilt hier die alte Volksweisheit "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen")
  18. Trametes gibbosa - Buckeltramete* (sehr häufiger Baumpilz, vor allem an Buche. Ältere Exemplare meist von einem grünen Algenbelag überzogen)
  19. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete* (sehr häufiger, hübscher Porling mit z. T. seidig glänzenden, konzentrischen Zonen, meist rosettenartig wachsend. Demnächst als Titelbild auf der Fundkorb-Startseite)
  20. Xerocomus badius - Maronenröhrling* (viel gesammelter, im Herbst vor allem in moosreichen Nadelwäldern häufiger, beliebter Speisepilz; roh giftig! Gehört zur Gruppe der Filzröhrlinge; mehr >>>)
  21. Xerocomus subtomentosus - Ziegenlippe* (ebenfalls zur Gattung Filzröhrlinge gehörend; Kennzeichen: wildlederartige meist hellbräunliche Hüte, gelbe Poren, ohne Rot am Stiel; recht guter Speisepilz)

* bedeutet: dieser Pilz ist in dem als Begleitbuch empfohlenen Kosmos-Pilzführer von Andreas Gminder Handbuch für Pilzsammler enthalten.