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Fundliste 06.09.2009 MTB 5918.4.1

Pilzlehrwanderung des Umweltamts und der vhs Dietzenbach im UG. "Steinberger Wald"

Die langjährige Erfahrung "Ein Bisschen was findet man immer"  wurde auch bei dieser Exkursion wieder bestätigt. Der Waldboden war zwar praktisch pilzleer, aber trotz der Trockenheit während der letzten Wochen sind ein paar Speisepilze gefunden worden, darunter sogar drei Steinpilze und eine Rotkappe. An die 40 Augenpaare sehen eben mehr als nur zwei oder drei. Dominierend waren natürlich an Holz wachsende Pilze,       

   

wie zum Beispiel:    der Schwefelporling             und der             Sklerotienporling         (beide jung essbar)

Bei der Fundbesprechung gezeigt, aber am Vortag anderswo gefunden: Hericium erinaceum Igel-Stachelbart. Dieser Pilz hat zu Recht viel Aufmerksamkeit erregt. Wer mehr darüber erfahren möchte, besucht unsere Fundliste vom 05.09.2009).

Wer Freude am Thema Pilze gefunden hat und mehr darüber lernen möchte, dem sei das Praktische Pilzseminar der vhs Dietzenbach empfohlen. Leider ist der diesjährige Kurs inzwischen ausgebucht - also fürs nächste Jahr vormerken! Pilzfreunde sind aber auch herzlich eingeladen, an unseren zahlreichen FundGroup-Wanderungen teilzunehmen. Mehr darüber in der Rubrik Termine.

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Die nachfolgende   F u n d l i s t e  enthält nur größere Arten, die während der Exkursion bzw. bei der abschließenden Fundbesprechung erklärt oder benannt worden sind.

  1. Abortiporus biennis - Rötender Wirrling
  2. Amanita excelsa - Grauer Wulstling, Gedrungener Wulstling (gehört zu einer Gattung, in der delikate Speisepilze wie der Kaiserling, aber auch der tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz enthalten sind)
  3. Auriscalpium vulgare - Ohrlöffelstacheling (ein hübsches kleines Pilzchen, das sich auf Kiefernzapfen spezialisiert. Wer die Augen offen hält, wird ihn vermutlich in jedem Kiefernwald finden können.)
  4. Bisporella citrina - Zitronengelbes Holzbecherchen (auch kleinste Pilzchen können das Auge des Naturfreundes erfreuen; dieses fällt durch seine leuchtend gelbe Farbe auf)
  5. Bjerkandera adusta - Angebrannter Rauchporling (diese sehr häufige Art wurde mehrfach an Buchenstümpfen gefunden. Die Unterseite, auf der sich die feinen Poren befinden, dunkelt beim Reiben)
  6. Boletus edulis - Gemeiner Steinpilz (einer von vier in Deutschland vorkommenden Steinpilzarten, die alle gleich gut für die Küche geeignet sind. Mehr dazu im Fotoalbum: >>>)
  7. Calocera viscosa - Klebriger Hörnling (auf Holzresten von Kiefer)
  8. Daedaleopsis confragosa var. tricolor - Rötende Tramete
  9. Fomes fomentarius - Zunderschwamm (mehrfach an toten Buchen- und Birkenstämmen)
  10. Ganoderma applanatum - Flacher Lackporling (wächst an div. Laubhölzern, besonders an Buche. Auf seiner hellen Unterseite mit den sehr feinen Poren lässt sich schön mit dem Fingernagel oder einem spitzen Ästchen schreiben und malen, weshalb er auch "Malerpilz" genannt wird)
  11. Gymnopilus junonius - Beringter Flämming (dieser Pilz wächst in unseren Dietzenbacher Wäldern nicht selten in dichten Büscheln um tote und lebende Eichen oder Eichenstümpfe. Da er sehr bitter ist, kommt er für Speisezwecke nicht in Betracht)
  12. Gymnopus dryophilus - Waldfreundrübling (kleiner, steifstieliger Blätterpilz; sehr häufig in fast allen Waldgesellschaften)
  13. Laetiporus sulphureus - Schwefelporling (einer der besten Speisepilze! Mehr darüber im Fotoalbum: 20 Pilze von A bis X und Pilze an Holz)
  14. Leccinum scabrum - Birkenpilz, Birken-Raufuß (gehört zu den Raufuß-Röhrlingen, die man an ihren meist schlanken, beschuppten Stielen erkennt. Sie sind jung allesamt gute Speisepilze)
  15. Leccinum quercinum - Eichenrotkappe (auch dieser schöne Pilz gehört zu den Raufüßen, hat im Gegensatz zum Birkenpilz aber keinen grauen, sondern roten Hut. Eigentlich muss er nach neueren Erkenntnissen Leccinum aurantiacum = Laubwald-Raufuß heißen. Er kommt vor allem bei Eichen und Espen vor. Alle Rotkappen-Arten stehen in der Roten Liste bedrohter Arten und sollten daher geschont werden. Ob man durch Sammelverbote wirklich etwas zum Schutz der Pilze tun kann, wird sehr konträr diskutiert. Lesen Sie hierzu auch unseren Fundkorb-Artikel Über Sinn und Unsinn von Sammelbeschränkungen von Helgo Bran)
  16. Paxillus involutus - Kahler Krempling (nur ein junger Pilz gefunden; giftig)
  17. Phaeolus spadiceus - Kiefernbraunporling
  18. Piptoporus betulinus - Birkenporling (einer der wenigen Porlinge, die hundertprozentig wirtstreu sind: er wächst nur an Birkenholz. Kein Speisepilz, aber manche schwören auf seine wohltuende Wirkung bei div. Magen- Darm-Beschwerden; mehr darüber im Fotoalbum: Pilze an Holz)
  19. Pleurotus pulmonarius - Löffelstieliger Seitling
  20. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz (die Sporen der Dachpilze verfärben seine Lamellen rosa; sie wachsen ausschließlich an Holz. In Pilzbüchern als essbar angegeben, aber nicht schmackhaft. Siehe auch Fotoalbum: 20 Pilze von A bis X)
  21. Pluteus nigrofloccosus - Schwarzschneidiger Dachpilz (dieser Dachpilz ist durch dunkel gefärbte Lamellenschneiden gekennzeichnet)
  22. Polyporus tuberaster - Sklerotien-Porling, Kleiner Schuppenporling (wächst auf Laubholz, ausgezeichneter Speisepilz, mit dem den sich schon Goethe befasst hat. Eine Menge Wissenswertes ist im Fundkorb nachzulesen, der Rubrik für bemerkenswerte Funde, sowie in der Fundliste vom 09.08.2009)
  23. Russula amara - Buckeltäubling
  24. Russula ionochlora - Papageitäubling
  25. Russula ochroleuca - Ockertäubling
  26. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist (wohl der häufigste Pilz bei unserer Exkursion und leicht zu erkennen; giftig)
  27. Sparassis crispa - Krause Glucke (es wurde nur ein kleines Fragment dieses beliebten und leicht kenntlichen Speisepilzes gefunden. Er wächst ausschließlich an Kiefern und ist in der Rhein-Main-Ebene ziemlich häufig)
  28. Steccherinum fimbriatum - Gefranster Resupinatporling (Diesen grauen, resupinat wachsenden Pilz haben wir auf der Unterseite eines Buchenastes gefunden. Seine grauen Warzen / Stacheln sind mit der Lupe gut zu erkennen, der Rand ist weißlich und fiederig-fransig.)
  29. Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz
  30. Trametes gibbosa - Buckeltramete
  31. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete
  32. Tyromyces chioneus - Kurzröhriger Saftling (an liegendem Birkenstamm gefunden, wächst aber auch gern an Buche. Vor allem an der Unterseite waren deutlich gelbliche Verfärbungen zu erkennen. Saftporlinge sind stark wasserhaltig, daher der Name)
  33. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling
  34. Xylaria hypoxylon - Geweihförmige Holzkeule (auf totem Buchenholz; mehr: >>>)