Statistik
Startseite > Fotoalbum > Tour 7:

Tour 7:

Auch das sind Pilze

Inhalt:  Puccinia urticata - Stemonitis sp. - Ustilago maydis


 

 

Puccinia urticata - Brennnesselrost

Rostpilze bilden ihre Myzelien in Pflanzenzellen, ohne deren Gewebe und damit ihren Wirt abzutöten, können aber bei Nutzpflanzen wie Getreide zu Ernteverlusten führen. Zur Fortpflanzung bilden sie verschiedene Arten von Sporen und entwickeln unterschiedliche Fruchtformen, die bei vielen Arten in spezifischen, aufeinander folgenden Zyklen ihre Wirtspflanzen wechseln.

Im Falle des Brennnessel-Rostes wechselt der Pilz von der Brennnessel auf Seggen. Da die zu den Sauergrasgewächsen gehörigen Seggen nasse Standorte bevorzugen, ist Puccinia urticata vor allem an Brennnesseln zu finden, die ebenfalls in der Nähe von Fluss- und Bachläufen oder Seeufern und damit nicht weit von ihrem Zweitwirt entfernt stehen. Zum Auffinden achte man auf kleine helle Flecken auf der Blattoberseite, betrachte die Aeziensporenlager auf der Unterseite und suche dann an Stengeln und Blattstielen, wo wesentlich größere und optisch beeindruckendere Wuchsformen zu finden sind. (Dieter Gewalt)


 Stemonitis spec. - Fadenstäubchen

Die Fadenstäubchen gehören zu den Schleimpilzen oder Myxomyceten. Ihre oft erstaunliche Schönheit erschließt sich dem Betrachter meist erst mit Hilfe eine Lupe. Das hier abgebildete Exemplar befindet sich noch im Jugendstadium und ist daher nicht auf Artebene zu bestimmen. Immerhin: die Gattungszugehörigkeit ist zu erkennen. Genau genommen sind die Myxomyceten keine Pilze sondern amöbenartige einzellige Lebewesen, die sich kriechend fortbewegen und wie Tiere fressen. In ihrem letzten Lebensstadium bilden sie sporenbildende Fruchtkörper, um ihren Bestand zu sichern. Schöner als Ullrich Schlaugk kann man diese faszinierenden Wesen nicht fotografieren.

Text: Dieter Gewalt 


 

Maisfeld in Sicht? Dann sind Ihnen vielleicht diese merkwürdigen Wucherungen aufgefallen, bei deren Anblick man nichts Gutes vermutet. Die oft bizarr geformten Gebilde lassen an eine bösartige Krebsgeschwulst denken, aber es handelt sich um einen Pilz. Es ist der Maisbeulenbrand Ustilago maydis, ein hochspezialisierter, parasitischer Brandpilz, der weltweit vorkommt, wo Mais angebaut wird. Er schädigt zwar seine Wirtspflanze, kann sie sogar zum Absterben bringen, ist für Mensch und Tier aber ungiftig. Da vor allem die Kolben befallen werden, ist ein erheblicher Nährstoffverlust bei der Verwendung als Futterpflanze die Folge.

Natürlich würde beim Maisbeulenbrand niemand an ein leckeres Pilzgericht denken, und doch werden infizierte, schwarz verfärbte Maiskörner in der mexikanischen Küche als Cuitlacoche, in der asiatischen als Angkak (China) oder Koji (Japan) geschätzt. Er wird auch als homöopathisches Heilmittel im Internet angeboten. (Dieter Gewalt)