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Sep.2007

Von der Gänsbrüh zum Pilz des Jahres

Die Puppenkernkeule im Rampenlicht

von Hermine Lotz-Winter

Die Puppenkernkeule, Cordyceps militaris, ist Pilz des Jahres 2007. Die Begründung dafür kann jeder, der es möchte, auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Mykologie nachlesen.

Dazu eine kleine Geschichte am Rande: Die Bekanntgabe des Pilzes des Jahres 2007 sollte anläßlich der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) in Tübingen am 3. Oktober 2006 erfolgen. Die Presse war natürlich eingeladen und es sollte eine der ersten Amtshandlungen der neugewählten Präsidentin, Frau Prof. Meike Piepenbring von der Universität Frankfurt, sein.

Die Welt der Pilzfreunde ist relativ klein, daher war im Präsidium der DGfM bekannt, dass Dieter Gewalt zum einen ein sehr guter Fotograf ist, und zum anderen diverse Fundorte der Puppenkernkeule kennt. Daher hatte man ihn bereits im Vorfeld gebeten, ein Dia der Puppenkernkeule zur Verfügung zu stellen. Wofür dieses Bild gedacht war, hatte man ihm nicht verraten, schließlich wollte man die Sache spannend machen.

Nun fehlte dem Präsidium der DGfM noch eine ganz wichtige Sache für den Pressetermin: eine möglichst frische und daher fotogene Puppenkernkeule, denn die attraktive orange Farbe der Frischpilze verliert sich nach einigen Tagen doch sehr. Man begann, herumzutelefonieren.....

Der Anruf erreichte uns - besser kann ein Zufall nicht sein - just bei einer Pilzwanderung an der Gänsbrüh. Walter Pätzold, Präsidiumsmitglied der DGfM, fragte nach, ob wir vielleicht ein möglichst schönes Exemplar der Puppenkernkeule, selbstverständlich mit Puppe, am 3. 10. 2006 nach Tübingen bringen könnten. Nun war guter Rat teuer, denn es ermangelte uns nicht an Puppenkernkeulen, von denen besonders Tui Gewalt an diesem Tag reichlich gefunden hatte, sondern an einem Transportmittel nach Tübingen. Niemand von uns hatte vor, an der Tagung teilzunehmen. Wiederum begann man herumzutelefonieren.....

Und das Taxi fand sich: der Schriftführer der DGfM, Roman Krettek aus Wolfhagen bei Kassel, erklärte sich bereit, auf der Durchreise nach Tübingen die Puppenkernkeule mitzunehmen. Sie wurde ihm am Rasthof Büttelborn sozusagen en route noch am Nachmittag der Exkursion zur Gänsbrüh "fangfrisch" übergeben. Inzwischen begannen wir natürlich, gewisse Vermutungen anzustellen, die dann am Abend des 3. Oktober via Buschtrommel bestätigt wurden.

Und so kommt es, dass alle Pressebilder und Postkarten vom "Pilz des Jahres 2007" von den Originalpilzen der Gänsbrüh stammen, sei es von Dieter Gewalts Diavorlage oder den Frischpilzen - eine nette Karrierre für einen kleinen Schmarotzerpilz aus Rodgau!

Zum Fundkorb-Beitrag über diesen Pilz klicken Sie hier.