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Fundliste 26.09.2009 MTB 5918.1.2

vhs-Exkursion am Maunzenweiher

  

von links nach rechts: Amanita solitaria - Pluteus umbrosus - Pluteus umbrosus: dunkle Lamellenschneiden

Die anhaltende Trockenheit zwang uns, ein etwas tiefer gelegenes Gebiet in Wassernähe aufzusuchen. Die etwa 125 m über NN gelegene Umgebung des Maunzenweihers mit seinen etwas besseren Böden bot sich daher als Ziel an. Es zeigte sich, dass wir eine gute Wahl getroffen hatten. Anhand von 7 Wulstlingsarten vom Perlpilz bis zum Grünen Knollenblätterpilz konnte diese wichtige Gattung recht umfassend gezeigt und erklärt werden. Darunter war mit dem Igel-Wulstling Amanita solitaria auch eine ausgesprochen seltene Art. Zum Programm gehörte auch das Erkennen von verschiedenen Gerüchen (z. B. Rettich, Mehl, Fenchel, keimende Kartoffeln) sowie Geschmacksproben (wichtiges Unterscheidungskriterium bei Täublingen und Milchlingen); beides kann bei der Bestimmung vieler Pilzarten sehr hilfreich sein.

     Liste der wichtigsten gefundenen Arten:

  1. Amanita citrina - Gelber Knollenblätterpilz * (scharfrandige, ausgeprägte Stielknolle, die im Anschnitt typisch nach Kartoffelkeimen riecht; Hut weiß bis meist hellgelb, mit Velumfetzen, die aber abgewaschen sein können; sehr häufige Art, kein Speisepilz; siehe auch Fotoalbum 20 Pilze von A bis X)
  2. Amanita fulva - Rotbrauner Scheidenstreifling (sehr häufige Art; siehe Fotoalbum 20 Pilze von A bis X)
  3. Amanita muscaria - Fliegenpilz *
  4. Amanita pantherina - Pantherpilz * (deutlich gerandete Knolle, in die der Stiel wie eingepfropft erscheint = "Bergsteigersöckchen"; Stielring oberseits nicht gerieft; Huthaut braun mit weißen Hüllresten, Hutrand gerieft)
  5. Amanita phalloides - Grüner Knollenblätterpilz * (die wichtigsten Merkmale dieses tödlich giftigen Pilzs sind: beringter Stiel, häutige, sackartige Scheide am Stielgund, weiße Lamellen. Champignons haben rosafarbene, im Alter schwarze Lamellen und keine Scheide am Stielgrund. Der Grüne Knollenblätterpilz wächst im Laubwald, vor allem unter Eichen; im RM-Gebiet häufig zu finden, so dass jeder Pilzsammler genügend Gelegenheit hat, ihn genauestens kennen zu lernen)
  6. Amanita rubescens - Perlpilz * (typische Merkmale sind: fleischrosa Farbtöne, z. B. durchscheinend unter der Huthaut, in Madenfraßgängen, zwiebelige, nicht scharfrandige Knolle, geriefte Stielmanschette. Wer ihn nicht sicher vom giftigen Pantherpilz und nicht schmackhaften Grauen Wulstling unterscheiden kann, sollte ihn unbedingt meiden; im RM-Gebiet sehr häufig)
  7. Amanita solitaria - Igel-Wulstling (sehr seltene Art, die kalkhaltige Böden verlangt; Foto siehe oben)
  8. Bisporella citrina - Zitronengelbes Holzbecherchen
  9. Boletus edulis - Gemeiner Steinpilz * (mehr >>>)
  10. Boletus erythropus - Flockenstieliger Hexenröhrling *
  11. Clathrus archeri - Tintenfischpilz *
  12. Clitopilus prunulus - Mehlräsling (weißlicher Pilz mit aufdringlichem Mehlgeruch; essbar, aber Vorsicht:  Verwechslungsgefahr mit z. T. sehr ähnlichen, giftigen Tichterlingen)
  13. Creolophus cirrhatus - Dorniger Stachelbart (in etwa 2,5 m Höhe am noch berindeten Stamm einer toten Buche gefunden: junge, noch recht kleine, miteinander verwachsene Fruchtkörper; essbar (siehe Fundkorb)
  14. Geastrum triplex - Halskrausen-Erdstern (zu Beginn unserer Wanderung am Wegrand gefunden; kein Speisepilz, aber hübsch anzuschauen; mehr >>>)
  15. Gloeophyllum odoratum - Fenchelporling (auf und seitlich an einem Fichtenstumpf gefunden; markanter Geruch nach Fenchel oder Anis)
  16. Laccaria amethystina - Violetter Lacktrichterling * (esbar)
  17. Laccaria laccata - Rötlicher Lacktrichterling * (essbar)
  18. Lactarius blennius - Graugrüner Milchling * (bei Buchen; die weiße Milch ist sehr scharf)
  19. Lactarius controversus - Rosascheckiger Milchling (große Art, am Ufer des Weihers unter Weiden gefunden; mehr über diesen nicht zu Speisezwecken geeigneten Pilz im Fundkorb)
  20. Lactarius quietus - Eichen-Milchling (einer von vielen braunen oder bräunlichen Milchlingen)
  21. Lactarius subdulcis - Süßlicher Milchling (hellbraune Art; bei Buchen)
  22. Leccinum scabrum - Birkenpilz, Birkenraufuß * (Raufußröhrlinge haben lange schlanke Stiele, die auf ganzer Länge mit deutlich sichtbaren Flöckchen besetzt sind; Farbe dieser Flöckchen sowie Begleitbäume sind wichtige Bestimmungshilfen; alle Arten dieser Gruppe sind essbar und, solange jung und festfleischig, gute Speisepilze)
  23. Lycoperdon perlatum - Flaschen-Stäubling * (die meisten weißen Stäublinge, auch Boviste genannt, sind essbar, solange sie festfleischig sind; nur zum Braten geeignet, aber nicht Jedermanns Geschmack)
  24. Megacollybia platyphylla - Breitblättriger Holzrübling, von den meisten Pilzfreunden kurz Breitblatt genannt * (Treffende Kurzbeschreibung: ein Pilz wie Haut und Knochen; sehr häufig, immer an oder mit Kontakt zu Holz)
  25. Meripilus giganteus - Riesenporling * (wegen seiner enormen Größe ein beeindruckender Anblick, was bei unserem Fund aber nicht der Fall war. Die Abbildung im Handbuch für Pilzsammler ist leider nicht sehr aussagefähig)
  26. Mycena galericulata - Rosablättriger Helmling * (an Holz)
  27. Mycena pelianthina - Schwarzschneidiger Rettich-Helmling (alle Rettich-Helmlinge sind giftig)
  28. Mycena pura - Rettich-Helmling (der Name sagt es schon: Geruch nach Rettich; man rieche an den Lamellen)
  29. Phallus impudicus - Stinkmorchel * (trotz des Namens nicht mit den Morcheln verwandt; als "Hexenei" geunden)
  30. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz * (Sehr häufige Art; alle Dachpilze haben rosafarbenes Sporenpulver und wachsen an Holz; wegen ihres muffigen Geschmacks nicht als Speisepilze zu empfehlen)
  31. Pluteus leoninus - Löwengelber Dachpilz * (leicht kenntliche, aber ziemlich seltene Art)
  32. Pluteus umbrosus - Schwarzflockiger Dachpilz (seltene Art; siehe Fotos oben und ausführlicher im Fundkorb)
  33. Polyporus tuberaster - Sklerotien-Porling (mehr über diesen im RM-Gebiet nicht seltenen Pilz im Fundkorb; sollten Sie unbedingt nachlesen!)
  34. Russula amara - Buckeltäubling (siehe Fotoalbum)
  35. Russula cyanoxantha - Frauentäubling * (Die Täublinge werden bei einer der nächsten vhs-Exkursionen Schwerpunkt-Thema sein)
  36. Russula ionochlora - Papageitäubling
  37. Russula nigricans - Dickblättriger Schwärztäubling * (etliche Funde, an den dicklichen, entfernt stehenden Lamellen gut zu erkennen)
  38. Russula ochroleuca - Ockertäubling * (häufigste Täublingsart)
  39. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist * (sehr häufig; giftig)
  40. Suillus grevillei - Goldröhrling * (gehört wegen der Schleimschicht, die den Pilz überzieht, zu den Schmierröhrlingen; nur bei Lärchen; nach dem Entfernen der schmierigen Huthaut guter Speispilz)
  41. Xerocomus badius - Maronenröhrling * (siehe Fotoalbum Tour 6: Röhrlinge)
  42. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling *
  43. Xerocomus subtomentosus - Ziegenlippe *
  44. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling * (an Holz)

* bedeutet, dass die Art im als Begleitbuch empfohlenen "Handbuch für Pilzsammler" von Andreas Gminder abgebildet und beschrieben ist.