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Fundliste 01.07.2012 MTB 6018.3.1 und 3.3

Dianaburg - Kalkofen

FundGroup-Wanderung bei Darmstadt-Arheilgen

 

Vor Beginn unserer Wanderung verhieß ein Blick zum Himmel nichts Gutes und hat sicher auch einige von einer Teilnahme abgehalten. Tatsächlich fiel leichter Regen, als wir vom Parkplatz am Alten Forsthaus aufbrachen. Doch wir hatten Glück. Gegen elf hörte der Regen auf und es wurde eine richtig schöne Exkursion mit interessanten Funden.

 

Unser erstes Ziel war die alte Eiche, an der in den Jahren zuvor prachtvolle Schwefelporlinge (Laetiporus sulphureus) wuchsen. Diesmal waren wir schätzungsweise vier Wochen zu spät. Nur noch alte, in Auflösung begriffene Teile hingen am Holz, das meiste lag zerbröselt am Boden. Pech gehabt! Zum optimalen Zeitpunkt hätte jeder der etwa zehn Teilnehmer genügend Frischmaterial einsammeln können, um sich in der Küche von den kulinarischen Qualitäten dieses hervorragenden Speisepilzes zu überzeugen. Das ist eben der Haken an der Sache. Das Zeitfenster zur "Ernte" beträgt beim Schwefelporling oft nur wenige Tage. Nur wenn beim Anschneiden das Messer wie durch Butter gleitet, ist der Pilz zum Verzehr geeignet.

 

Für Kompensation sorgten vor allem zwei andere Arten. An mehreren liegenden Buchenstämmen fanden wir Lungenseitlinge, geschätzte zwei bis drei Kilo. Sie sind dem Austernseitling im Geschmackswert ebenbürtig. Die Delikatesse des Tages waren einige Sklerotienporlinge (Polyporus tuberaster). Zumindest die Exemplare, die ich zu Hause in Butter braten konnte, waren zart und von exzellentem Geschmack. Bisher habe ich trotz meiner Bitte noch keine Rückmeldung erhalten, wie er von anderen Teilnehmern bewertet wurde.

 

  

      Leberreischling, Ochsenzunge (aufgeschnitten)             Fotos: Vaclav Masek             Wabenporling 

 

Auch etliche Hainbuchenröhrlinge (Leccinum pseudoscaber) landeten in diversen Körben. Stockschwämmchen (Pholiota mutabilis) waren schon etwas überständig und vom Regen glitschig nass. Wie der zum Verwechseln ähnliche Gifthäubling (Galerina marginata) aussieht, konnte anhand eines Fundes gezeigt werden. Einen anderen (bedingt) essbaren Pilz fanden wir in ganz jungem Zustand. Wie die Ochsenzunge, auch Leberreischling (Fistulina hepatica) genannt, aufgeschnitten aussieht, zeigt das Foto. Ein anderes High Light der Wanderung war der seltene und, wie ich meine, bildhübsche Wabenporling (Polyporus alveolaris).   (Dieter Gewalt)

 

       Fundliste:

  1. Amanita excelsa - Grauer Wulstling

  2. Amanita fulva - Rotbrauner Scheidenstreifling (essbar, aber nicht schmackhaft)

    Amanita rubescens - Perlpilz (vom giftigen Pantherpilz unterschieden vor allem durch zwiebelig verdickte Stielknolle, oberseits gerieften Stielring, Rot- oder Rosatöne unter der Huthaut, oft durchscheinend, ebenso an Fraßstellen bzw. Madengängen; nur wer ihn zuverlässig kennt, darf ihn für die Küche sammeln)

  3. Biscogniauxia nummularia - Rotbuchen-Rindenkugelpilz (trotz seines Namens "Kugelpilz" bildet er flächige, schwarze Fruchtkörper aus, vor allem auf toten, noch berindeten Buchenästen)

  4. Clathrus archeri - Tintenfischpilz (im Hexeneistadium gefunden)

  5. Clitocybe gibba - Ockerbrauner Trichterling

  6. Crepidotus cesatii - Rundsporiges Stummelfüßchen

  7. Cyathus striatus - Gestreifter Teuerling (alles Wissenswerte über diese ein wenig kuriose Pilzgattung in einem Artikel mit Bestimmungsschlüssel >>>)

  8. Dacryomyces stillatus - Zerfließende Gallertträne

  9. Diatrype stigma - Flächiges Eckenscheibchen

  10. Ditiola peziziformis - Gelbweißer Gallertbecher

  11. Fistulina hepatica - Ochsenzunge, Leberreischling (siehe Foto oben)

  12. Fomes fomentarius - Zunderschwamm

  13. Fomitopsis pinicola - Rotrandiger Baumschwamm (ein Prachtexemplar in den Farben schwarz-rot-gold)

  14. Galerina marginata - Gifthäubling (tödlich giftiger Doppelgänger des Stockschwämmchens)

  15. Ganoderma applanatum - Flacher Lackporling

  16. Gymnopus confluens - Knopfstieliger Rübling

  17. Gymnopus dryophilus - Waldfreundrübling

  18. Gymnopus fusipes - Spindeliger Rübling (büschelig wachsend am Fuß einer Eiche gefunden; die Hüte sind essbar, die knorpeligen Stiele hingegen kaum)

  19. Hydropus subalpius - Buchenwald-Wasserfuß

  20. Hypholoma fasciculare - Grünblättriger Schwefelkopf (bitter im Geschmack und magen- darmgiftig)

  21. Inocybe rimosa - Kegeliger Risspilz (giftig wie viele andere dieser artenreichen, schwer bestimmbaren Gattung)

  22. Laccaria laccata - Rötlicher Lacktrichterling (nur ein Exemplar; wie der violette essbar und wohlschmeckend)

  23. Lactarius pyrogalus - Gebänderter Hainbuchenmilchling (mit brennend scharfer Milch)

  24. Lactarius subdulcis - Milder Milchling (bei Buchen)

  25. Laetiporus sulphureus - Schwefelporling (siehe Fotoalbum Tour 5: Pilze an Holz)

  26. Leccinum pseudoscabrum - Hainbuchenröhrling (im "Kreisel" an der Dianaburg gefunden; z. T. junge, gut für die Küche geeignete Exemplare)

  27. Lentinus lepideus - Schuppiger Sägeblättling

  28. Marasmius oreades - Nelkenschwindling (nur wenige)

  29. Marasmius quercophilus - Braunscheibiger Schwindling

  30. Marasmius rotula - Halsbandschwindling

  31. Marasmius scorodonius - Echter Knoblauchschwindling (als Würzpilz verwendbar)

  32. Megacollybia platyphylla - Breitblättriger Holzrübling (ein Pilz "wie Haut und Knochen", sehr häufig)

  33. Mycena galopus - Weißmilchender Helmling

  34. Mycena galopus  var. nigra - Weißmilchender Schwarzhelmling

  35. Mycena leptocephala - Grauer Nitrathelmling

  36. Mycena pelianthina - Schwarzgezähnelter Helmling

  37. Mycena stylobates - Postament-Helmling

  38. Peziza varia - Riesenbecherling

  39. Phallus impudicus - Stinkmorchel

  40. Pleurotus pulmonarius - Lungenseitling (guter Speisepilz, der dem Austernseitling sehr ähnlich sehen kann; siehe hierzu einen ausführlichen Artikel von Jürgen Fleßenkämper)

  41. Pluteus cervinus - Rehbrauner Dachpilz (essbar, aber sein Geschmack wird von vielen als "muffig" empfunden)

  42. Polyporus alveolaris - Wabenporling (sehr hübscher kleiner Stielporling an einem Buchenzweig; siehe auch den ausführlicheren Fundkorb-Beitrag)

  43. Polyporus badius - Schwarzroter Porling

  44. Polyporus tuberaster - Sklerotienporling, auch Kleiner Schuppenporling genannt (wer mehr über diesen hervorragenden Speisepilz, den kaum jemand kennt und sammelt, erfahren möchte, sollte unbedingt unseren Fundkorb-Beitrag lesen >>>)

  45. Polyporus varius - Löwengelber Porling

  46. Psathyrella candolleana - Behangener Faserling (für erfahrene Pilzkenner ein guter Speisepilz, der sich vor allem für Suppen eignet)

  47. Russula ochroleuca - Ockertäubling

  48. Russula vesca - Speisetäubling (sehr guter Speiseilz; sein Kennzeichen ist die etwas zu kurz geratene Huthaut, so dass die Lamellen meist etwas überstehen; dieses Merkmal ist nicht immer deutlich ausgeprägt. Seine Farben sind sehr variabel, rostbraune Flecken auf dem Hut oder am Stiel fast stets vorhanden. Sein Fleisch schmeckt angenehm nussig - Geschmacksproben immer ausspucken!)

  49. Schizophyllum commune - Spaltblättling

  50. Scleroderma citrinum - Dickschaliger Kartoffelbovist

  51. Stereum hirsutum - Striegeliger Schichtpilz

  52. Stereum ostrea - Braunsamtiger Schichtpilz

  53. Stereum ramealis - Ästchenschwindling

  54. Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz

  55. Stropharia rugosoannulata - Rotbrauner Riesenträuschling (ein junges Exemplar im Bereich des Biergartens auf Holzhäcksel gefunden. Ist unter dem Namen "Braunkappe" als Pilzbrut im Han­del erhältlich und kann im eigenen Garten gezogen werden; scheint in letzter Zeit auch immer häufiger in freier Natur vorzukommen. Gilt als Speisepilz von äußerst mäßiger Qualität)

  56. Trametes gibbosa - Buckeltramete

  57. Trametes hirsuta - Striegelige Tramete

  58. Trametes versicolor - Schmetterlingstramete (mehr >>>)

  59. Tubifera ferruginosa - Lachsfarbener Schleimpilz

  60. Tylopilus felleus - Gallenröhrling (diesem hinterhältigen Spaßverderber ist ein lesenswerter Fundkorb-Artikel gewidmet >>>)

  61. Volvariella murinella - Mausgrauer Scheidling (recht seltene Art)

  62. Xerocomus badius - Maronenröhrling (ein Exemplar)

  63. Xerocomus chrysenteron - Rotfußröhrling

  64. Xerocomus subtomentosus - Ziegenlippe

  65. Xerula radicata - Grubiger Schleimrübling

  66. Xylaria carpophila - Buchenfruchtschalen-Holzkeule