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Tricholomopsis decora (Fr.) Singer

Olivgelber Holzritterling

V = 18 (RM = 3) - 15.08.2011 an totem Fichtenstamm, MTB 5918.4.1 im UG Gebranntes Loch bei Gravenbruch (Neu-Isenburg), 140 m ü.NN - leg./det. J. Fleßenkämper, Foto u. Exs. D. Gewalt

 


 

Der Olivgelbe Holzritterling ist in Hessen mit 18 Fundpunkten im Verbreitungsatlas (G.J. Krieglsteiner 1991) für sich genommen schon kein Massenpilz, in der Rhein-Main Ebene hingegen eine Rarität.

Der mit einer Hutbreite von 3-7cm etwa mittelgroße Pilz, dessen lateinischer Name decora = schön, geschmückt bedeutet, kommt nämlich laut gängiger Literatur nur "in montanen Lagen" (Ewald Gerhardt), bzw. nur "zerstreut in Berglagen, sonst weitgehend fehlend" (Gminder) vor.

Zu übersehen ist dieser "Charakterpilz der Gebirgsfichtenwälder" (Helmut Jahn) allerdings kaum. Seine olivgelbe, mit kleinen schwarzen Schüppchen versehene Huthaut und seine goldgelben Lamellen, deren Farbgebung sich im Stiel fortsetzt, kennzeichnen ihn eindeutig. Als Vertreter der kleinen aus nur vier Arten bestehenden Gattung der Holzritterlinge ähnelt er im Habitus zwar den echten Ritterlingen (Tricholoma), aber anders als diese bodenbewohnenden Mykorrhizapilze wächst der olivgelbe Holzritterling saprobiontisch an abgestorbenem Nadelholz.

Gefunden habe ich den im Foto festgehaltenen Pilz in einer kleinen Gruppe zusammen mit zwei weiteren Exemplaren in der Nähe des Dornsees. Da es, wie in diesem Sommer so häufig, regnete und ich keine Lust verspürte mich mit meiner eingeschränkten Ausrüstung ins nasse Laub zu legen, um ein geeignetes Foto zu bekommen, habe ich mich noch am gleichen Abend an Dieter Gewalt gewandt und für den Folgetag einen Bestimmungs- und Fototermin vereinbart. Der ergab dann beides: Die eindeutige Bestimmung und ein schönes Foto. (Jürgen Fleßenkämper, Aug. 2011)

 

Literatur:

  • Ewald Gerhardt: Der große BLV Pilzführer für unterwegs (1997)
  • Andreas Gminder: Handbuch für Pilzsammler (2008)
  • Hermann Jahn: Pilze die an Holz wachsen (1979)

 

+ 03.10.2010 MTB 6018.4.2 im UG Thomashütte bei Eppertshausen ca. 130 m ü.NN. Im Rahmen einer FundGroup-Wanderung fanden wir mehrere mittelgroße, reife Exemplare an einer abgestorbenen Fichte im Finalstadium. (Jürgen Fleßenkämper)