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Sistotrema confluens Fr.

Kreiselförmiger Schütterzahn

auch Gestielter Zahnling genannt - RL=1 V=5 (RM=4) - 26.10.2005 MTB 5918.2.4 Martinsee südl. v. Heusenstamm, Wegrand in einem Kiefernforst auf blanker Erde - Exs. u. Dia D. Gewalt


Allen Kritikern, die mir die Veröffentlichung eines schlechten Fotos vorwerfen möchten: so und nicht anders sieht der Pilz aus. Ich habe mehr als ein Dutzend Aufnahmen gemacht und das ist noch die beste. Hinzu kommt, dass feinfilzige (dazu noch weiße!) Oberflächen besonders schwer zu fotografieren sind. Sie erwecken den Anschein von Unschärfe. Aber auch dieses Detail ist naturgetreu wiedergegeben. Ein schöner Pilz ist der Schütterzahn wahrlich nicht. Kaum ein Auge wird sich an ihm erfreuen. Sein Aussehen erinnert an einen gezogenen Backenzahn und könnte vielleicht das Interesse von Zahnärzten wecken. Darauf deuten auch seine deutschen Namen hin.

Nach diesem Vorwort sollen sachliche Informationen folgen. Unter den Rindenpilzen stellt die hier vorgestellte Art eine bemerkenswerte Ausnahme dar: 1. sie ist nicht resupinat, sondern bildet gestielte Fk mit merulioidem Hymenophor; 2. sie wächst auf blanker Erde, nicht an Holz. Am Fundort waren es auf einer Weglänge von mehreren Metern ca. 50, teilweise miteinander verwachsene Exemplare mit Durchmessern von bis zu 3,5 cm. Die Bestimmung gelang telefonisch. Günter Sturm kannte die Art von einer eigenen Aufsammlung bei Waldacker (MTB 5918.4.4) und konnte sie anhand meiner Beschreibung benennen. Auffallend auch der Geruch. Er erinnert stark an die Krause Glucke, ist sogar noch aufdringlicher. Die Art ist extrem selten und gilt z. B. in Baden-Württemberg als massiv bedroht, obwohl sie keine besonderen Ansprüche stellt und sich mit nährstoffarmen Sandböden begnügt. Im RM-Gebiet ist sie mit nunmehr 6 Fundpunkten erstaunlich gut vertreten. (Dieter Gewalt)