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Marasmius limosus Boud. & Quél.

Schilfschwindling

V = 0 RL = 2 - 20.10.2011 MTB 5918.4.4 Anglerteich Waldacker, an feucht liegenden Schilfblättern - leg. det. Foto u. Exs. Hermine Lotz-Winter


 

Bei einer Erkundung rund um den Anglerteich demonstrierte mir Hermine Lotz-Winter, was unter erfolgreicher gezielter Suche zu verstehen ist. Sie untersuchte feucht liegende Schilfblätter am Ufer und wurde in weniger als einer Minute fündig. So habe ich ihr den ersten Fund des Schilfschwindlings zu verdanken, einer Art, die ich schon desöfteren vergeblich gesucht hatte.

Im Verbréitungsatlas (Krieglsteiner 1991) sind für Hessen keine Fundpunkte vermerkt, aber es fällt schwer, an einen Erstfund für dieses Bundesland zu glauben. Möglicherweise wird diese unauffällige Art schlicht und einfach übersehen oder sie ist in der Tat nur bei gezielter Suche zu finden.

Vom Habitus her erinnert der Schilfschwindling mit seinen weißen, fallschirmartigen Hütchen an den Halsbandschwindling, ist im Vergleich mit diesem aber ein Winzling. Die Hüte haben 0,5 - 3 mm Durchmesser, in der Regel 5 bis 7 Lamellen (unser größter hatte 9! - bei Marasmius rotula sind es ca. 20), die Stiele sind bis zu 10 cm lang, aber mit höchstens 0,2 mm Dicke so dünn wie ein Haar.

Aus mikroskopischer Sicht ist hervorzuheben, dass M. limosus zu den wenigen Schwindlingsarten mit zweisporigen Basidien gehört. (Dieter Gewalt, Jan. 2012)